Ein Einstieg in den Raspberry Pi

Mein Raspberry Pi vom Typ B lag lange kaum genutzt herum. Nachdem ich in den letzten Wochen und Monaten dann aber doch ein paar Dinge testete, nun hier ein kurzer Einblick in die Thematik.

Der Raspberry Pi ist ein kleines vielseitig einsetzbares Gerät und auch ein netter Minicomputer, um mal eben schnell all die praktischen Dinge machen zu können, die man unter Windows vermisst:

  • Backups mit rsync
  • Logfiles mit grep und cut bearbeiten
  • einen kleinen Server für was auch immer betreiben.

Für den praktischen Einsatz benötigt man nicht viel:

  • SD-Speicherkarte mit mind. 4 GB für Betriebssystem und ein paar Daten; meine Empfehlung: mind. 8 GB und auf jeden Fall Class 10
  • Als Spannungsversorgung wird ein Netzteil mit 2A bei 5V benötigt. Von niedrigeren Spannungen wird wegen möglicher Schäden abgeraten, dennoch genügt für den Betrieb (auf eigene Gefahr) ohne grafische Oberfläche und ohne hohen Rechenaufwand meist sogar ein simpler 500mA-USB-Anschluss.
  • Man benötigt eine Tastatur und Maus oder idealer Weise eine kleine Kombination aus beidem. Ich hatte mir vor etwa einem Jahr eine Minitastatur mit Touchpad von Anker gekauft, die gibt es baugleich auch von diversen anderen Firmen und kostet ca. 20 Euro. Das ist nichts zum Arbeiten, genügt aber für kleine Tätigkeiten und zum Bedienen der grafischen Oberfläche.
  • Die Netzwerk-Verbindung stellt man am besten per Kabel her. Es gibt WLAN-Sticks für unter 10 Euro, die empfohlen werden. Ich hatte einen TP-Link (TL-WN725N Wireless N Nano USB-Adapter), das Ding wurde stets brühend heiß und überhitzte auch den Raspberry Pi bis zum Absturz. Die 150MBit wurden auch nicht annähernd erreicht. Aktuell wird meistens der EDIMAX EW-7811UN empfohlen, aber auch davon sollte man sich nicht zu viel versprechen.
  • Kleinkram: Gehäuse, Kühlkörper (vor allem für warme Umgebungen oder beim Einsatz als Videoplayer im Plastik-Gehäuse empfehlenswert)

Wer mag kann diverse Extras wie Pi-Kamera oder diverse Sensoren erwerben.

Unterm Strich kommt man so auch schnell auf um die 100 Euro. Für Kleinstanwendungen ohne Bildschirm und Tastatur ist man unter Umständen aber auch mit der puren Platine und ein paar Kabeln für zusammen 35 Euro ausreichend versorgt.

Zum Schluss braucht man noch ein Betriebssystem. Idealer Weise nimmt man NOOBS externerLink, um gleich verschiedene Systeme probieren zu können. Die beiden XMBC-Media-Center waren nicht so mein Ding, da eben nur für Videos bestimmt und irgendwie etwas langsam und für meinen Geschmack zu unhandlich. Also nimmt man am besten die Debian-Variante Raspbian. Videos kann man damit auch sehen und der im Chip integrierte Hardwaredecoder verrichtet im Regelfall auch ohne den Kauf propritärer Decoding-Schlüssel (mpeg) gute Dienste. Vor allem aber hat man mit Debian ein echtes Betriebssystem mit allem drum und dran. So kann man den Raspberry Pi auch zum Surfen, für Mails und Office-Zwecke nutzen und auch für kleine Programmiertätigkeiten genügt der Mini-PC. Viele Dinge muss man sich allerdings erst nachinstallieren - mit ein paar Debian-Kenntnissen oder den richtigen Suchbegriffen ist das aber kein Problem, denn die Repositories beinhaltn fast alles, was man auch vom PC kennt.

Eine Reaktion zu “Ein Einstieg in den Raspberry Pi”

  1. Rolf

    Ein kleiner Hinweis: Vor ein paar Tagen wurde eine die Version Raspberry Pi B+ vorgestellt. Da bekommt man für das gleiche Geld 2 USB-Anschlüsse mehr (jetzt 4x USB 2.0 mit zusammen 1.2 A), eine bessere Anordnung der Anschlüsse und benöigten Kabel, 40 statt 26 herausgeführten Pins und einen von 750mA auf 600mA leicht reduzierten Stromverbrauch.

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