Zusammengetragenes

Die letzten Wochen hatten in technischer und wissenschaftlicher Hinsicht wieder so einige interessante Dinge zu bieten und eingie davon möchte ich hier kurz festhalten.

Facebook gab Mitte Februar bekannt, den (bisher) beliebtesten Massenger-Dienst WhatsApp für sagenhafte 19 Mrd USD zu kaufen. Ein großer Teil davon wird mit Facebook-Aktien beglichen, die wohl auch nach der Kalkulation des Facebook-Chefs Zuckerberg viel zu hoch bewertet sind. Um das Risiko etwas abzuwälzen, zahlt man eben mit überbewerteten Anteilen. Bei WhatsApp ist der Hammer aber vorrangig, dass das Unternehmen keine 5 Jahre alt ist, lediglich 55 Mitarbeiter besitzt und teschnisch wohl auch kaum viel mehr als 2 Dutzend Server betreibt. Lediglich das Potential von 450 Millionen Usern mit weiterhin steigender Tendenz ist einiges Wert. Angeblich soll WhatsApp unabhängig weiterlaufen. Es sind für die nächste Zeit allerdings gravierende Veränderungen angekündigt. Integrierte Videotelefonie und VOIP als echte Telefonalternative mit ausgewählten Vertragspartnern (aktuell Verhandlungen mit E-Plus) wurden verlautbart. Doch all diese Features findet man auch bei anderen günstigen bzw. kostenlosen Massengern. Die Dienste von Microsoft und Google (Skype, Google-Hangouts) mögen viele nicht, weil dort die beiden anderen großen Datenkraken dahinterstehen – warum also sollte es WhatsApp bei Facebook also besser ergehen? Skype war auch mal groß und weit verbreitet … Zwar wuchs in den letzten Wochen die Anzahl der User von WhatsApp weiter, aber auch die Konkurrenz gewann reichlich neue Kundschaft. Gut, es wird die Kommunikation wieder aufspalten und es wird zukünftig nicht mehr jeder zweite über die gleiche App kommunizieren. Aber das macht doch auch nichts. Ich selbst habe inzwischen zahlreiche Kontakte auch bei Line und bei Threema. Line bietet einfache Sprachanrufe per WLAN und Videotelefonie (halt ohne Telefonnummer), Geld verdienen die über vielen häßliche Extrabilder für die Chats, die man käuflich erwerben kann. Das Tool lässt sich hervorragend auf einem Zweitgerät ohne SIM-Karte verwenden, womit man ein reines WLAN-Telefon besitzt und kein VOIP benötigt. Threema bietet mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung den Hauch an Sicherheit, den man im Angesicht der permanenten Bespitzelung jeglicher Kommunikation gerne in Anspruch nimmt. Somit eignet sich Threema auch für mittelmäßig sensible Daten – wirklich Wichtiges würde ich persönlich aber auch darüber nicht verschicken.

Erst in der letzten Woche kaufte Facebook dann noch den Hersteller Oculus VR, der für seine Virtual-Reality-Brille Oculus Rift bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine Brille mit besonders großem Sichtfeld und schnellen Bewegungssensoren. Als Kaufpreis wurden hierbei 2 Mrd USD geboten, davon auch wieder 80% in Form von Facebook-Aktien. Für ein noch nicht einmal 2 Jahre altes Unternehmen ist das eine sehr stolze Summe. Da steckt sehr viel Potential drin und nicht nur der Markt für Gamer könnte gewaltig sein, Facebook wird es dabei auch um andere Zukunftsmusik gehen. Wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann virtuelle Chats, oder virtuelle Illusionen, durch die man mit seinen Facebookfreunden wandert? Aber wie auch immer, der Preis erinnert ungeheuer stark an die Dot-Com-Blase der Jahrtausendwende. Es ist in den letzten Jahren vor allem krisenbedingt einfach viel zu viel Geld gedruckt worden und ein großer Teil dieses Geldes ging in den letzten 1,5-2 Jahren Jahren in diverse Aktien. Zahlreiche Unternehmen sind unglaublich überbewertet und Facebook kann man mit ziemlicher Sicherheit dazuzuzählen. Mark Zuckerberg tut also gut daran, sich zukunftsträchtige Firmen einzukaufen und dafür seine eigenen Aktien einzusetzen. Dabei darf auch gerne etwas mehr geboten werden, da der Wert ohnehin nicht in diesem Umfang vorhanden ist.

Am 20. März war auch ein guter Tag für den deutschen Bildungsbereich. Die ehemalige Bildungsministerin (wie peinlich!) Annette Schavan ist endgültig ihr Doktortitel wegen Betrugs aberkannt worden. Es ist allerdings schon etwas pikant, wie lange das gedauert hat. Das Thema ihrer Dissertation war Person und Gewissen – Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung. Nun Gewissen hatte sie selbst offensichtlich keines und auch ohne diese Erkenntnis: Wie kann man für so ein profanes Schriftstück mit geringem wissenschaftlichem Wert einen Doktortitel vergeben? Nunja, jetzt ist er zum Glück weg, allerdings wegen zu viel Copy-Paste. Wünschenswert wäre, dass auch zahllose andere Arbeiten schonungslos unter die Lupe genommen werden, auch Diplom-, Bachelor- und Master-Arbeiten sollten wesentlich genauer begutachtet werden und das soweit möglich vielleicht auch noch einmal rückwirkend. Zumindest die wissenschaftlichen Abschlussarbeiten sollten doch wohl korrekt sein und nicht schon den Betrug einleiten, den Politiker in ihrer Karriere später gerne fortsetzen.

Einen Kommentar schreiben