Prokon - Berichterstattung auf Telepolis von Franz Alt, Teil2

Langfassung
Da Sie selbst es nicht besser machen wollten, gehe ich für Sie im Folgenden detailliert auf die Aussagen in Ihrem Artikel ein. Dabei handelt es sich um meine persönliche Meinung und ich bin von niemandem dafür beauftragt worden.

Gleich zu Beginn sprechen Sie die Sicherheit an. Die Aussagen seitens Prokons waren weitestgehend korrekt und sind es in gewissem Umfang immer noch. Prokon externerLink hat in echte Werte investiert - dennoch liegt der Verkaufswert bei einem Notverkauf natürlich deutlich unter dem realen Wert. Banken hingegen verleihen geliehenes Geld und spekulieren mit den Kundengeldern. Die vergangenen Jahre haben uns gezeigt, wie schnell Banken von einer Krise überrollt werden können und auch komplette Schuldenschnitte in unterschiedlichsten Formen gab es in Südeuropa. Einem Bänker sein Geld anzuvertrauen, halte nicht nur ich für keine wirklich gute Idee.
Bei Prokon ist allerdings die große Mengen an leicht beeinflußbaren Anlegern problematisch. Die aktuellen Reaktionen eines Teils der Genußrechtsinhaber zeugen von wenig Verstand und Weitblick, mangelndem unternehmerischem Denken und der Offenheit für Hetze gegen Prokon. Wer entsprechende Presseerzeugnisse liest, wird nun Mal nicht objektiv informiert und kann so leicht geblendet werden.

Es fing an mit:

  • selbsternannten Verbraucherschützern. Solche werden oft von Unternehmen gesponsert, in deren Interesse dann gesprochen wird. Zwar sollten die eingetragenen Vereine im Interesse der Verbraucher agieren, nur sind sie eben nicht unbedingt unabhängig. Man sollte daher sehr genau prüfen, woher der betreffende Verbraucherschutz seine Gelder bezieht und außerdem muss man in Fällen wie dem hier Aktuellen vor allem auch prüfen, was eventuell ein einzelner Verbraucherschützer für exakte Ziele verfolgt. Vielleicht hat er einfach nur etwas gegen die EEG-Umlage oder vertritt aus anderen Gründen die Interessen von Firmen, die sich Prokon nicht zum Freund gemacht hat und vielleicht spricht er gar nicht im Auftrag seines Vereins sondern in eigener Person. Hier muss man also genau hinschauen. Dennoch ist in vor allem die Arbeit der Verbraucherschutzzentralen meines Erachtens als korrekt zu bezeichnen.
  • Negativpresse aus dem Springer-Verlag. Bekanntlich ist dieser stark polemisierende Verlag nicht gerade für eine intellektuelle Zielgruppe tätig und Qualitätsjournalismus findet man dort auch eher selten. Im Übrigen stellt sich dieser Verlag grundsätzlich auf die Seite einer bestimmten Politik und gewisser Unternehmen - oft sind dies auch Werbekunden. So vertritt dieser Verlag selbstverständlich auch direkt oder indirekt die Interessen der Energieriesen und anderer Unternehmen, denen Prokon inzwischen zu einem unangenehmen Konkurenten herangewachsen ist …
  • unausgereifte Aussagen in Finanztest. Die zur Stiftung Warentest gehörende Zeitschrift fiel in der Vergangenheit schon mehrfach durch unsaubere oder befangene Tests und Berichterstattung auf. Die Stiftung Warentest kassierte für ihre Publikationen immer wieder Klagen. Teils verlor die Stiftung diese auch, musste bisher aber wohl noch nie Schadensersatz zahlen. Ende letzten Jahres beschrieb ein Artikel Prokon betreffend recht genau, was seitens Finanztest nicht verstanden wurde und Prokon lieferte nicht die gewünschten Erklärungen. Dafür gab es eine Anlegerwarnung und fakten-/beweisfreie Behauptungen, dass zur Zinszahlung Genussrechtskapital angegangen wurde.

Bei Prokon kam es durch die vermutlich zumindest teilweise gezielten Hetzkampagnen dann Ende 2013 wirklich zu ersten absehbaren Problemen, da sich zu viele Anleger von der unseriösen Berichterstattung mancher Medien haben verunsichern lassen. Letztlich kündigten so viele ihre Anlagen, dass dabei fast jedes andere Unternehmen ebenfalls in arge Liquiditätsprobleme kommen würde. Die meisten Firmen hätten schon längst die weiße Fahne hissen müssen. Die auf die Reaktion Prokons folgende Berichterstattung verschlimmerte die Situation weiter und nahezu alle Medien bis hin zu kleinen Regionalsendern (Radio und TV) berichteten in den letzten Tagen von der Problematik. Dabei wurden aber wie auch schon in den letzten Jahren immer wieder falsche Informationen aus merkwürdigen Quellen beschafft und verbreitet. Wirkliche gut recherchierte unabhängige Berichterstattung war nur sehr sehr vereinzelt zu finden. Natürlich wird die Lage dadurch nicht besser. Dennoch ist das Unternehmen noch lange nicht verloren und kann weiterhin zumindest in großem Umfang gerettet werden. Es besteht durchaus auch noch eine Chance, an der Planinsolvenz vorbeizuschlittern, wenn auch nur eine kleine.

Prokon selbst machte auch Fehler und bot viel zu kurze Kündigungszeiten an und erreichte mit dem niedrigen Einstand von nur 100€ zudem auch ein bedenkliches Publikum. Diese Politik seitens Prokon war zu gutmütig für die Kunden ausgelegt, natürlich auch im Interesse des eigenen Wachstums.

Herr Alt, gehen wir weiter auf Ihre journalistischen Fehler ein. Sie schreiben “Verbraucherschützer haben jedoch schon länger vor dem Prokon-Geschäftsmodell gewarnt. Es bestand und besteht der Verdacht eines Schneeballsystems. Das heißt: Die Renditen und Zinsen werden nicht aus den eigentlichen Einnahmen bezahlt, sondern mit dem Geld, das neue Investoren einzahlen.”
Man sollte schon eine gewisse Grundbildung mitbringen. Dann weiß man, wie bereits oben erwähnt, dass man bei Aussagen von Verbraucherschützern und Finanz- und Bankberatern grundsätzlich äußerst mißtrauisch sein sollte. Das es sich nicht um ein Schneeballsystem handelt, ist offensichtlich für jeden, der sich die regelmäßig veröffentlichten Unternehmenszahlen anschaut. Allein die realisierten Windkraftwerke haben einen Wert von über 500 Millionen Euro, denn wie jeder Gebildete oder gut Recherchierende weiß, kostet ein Windkraftwerk Pi*Daumen 1 Mio Euro pro MegaWatt Leistung. Vor einigen Monaten hatte ich in einem der Rundbriefe von Prokon externerLink etwas von knapp über 1 Mio Euro pro MegaWatt gelesen, das kommt also auch bei Prokon so hin. Hinzu kommen, wie Sie auch selbst kopiert haben, Dutzende weitere Windkraftwerke in Planung. Solche Planungen kosten Geld und haben daher einen Wert. Wie hoch dieser genau ist, lässt sich außenstehend natürlich schwer einschätzen. Ich würde auf einen höheren zweistelligen Millionenbetrag bis hin zu etwa 100 Mio € tippen. Hinzu kommen Grundstücke, Immobilien, Einrichtung usw.
Ebenfalls zu Prokon gehören über 440 Millionen Euro an Wert für die beiden anderen Unternehmensbereiche. Dabei handelt es sich um Biogene Kraftstoffe mit einer Produktionsanlage für Biodiesel und Pflanzenöl und Biomasse mit Wäldern in Rumänien, einer Produktionsstätte für Paletten und Holzbriketts, Kombikraftwerken Strom/Wärme.
Entsprechend sollte selbst jemand ohne großartige mathematische Fähigkeiten problemlos einen Wert von deutlich über 1 Mrd Euro für das Unternehmen schätzen können. Wie es um die genauen Werte und die gerne vergessenen stillen Reserven aussieht, kann man bei Prokon ganz offen auf der Webseite nachvollziehen. Ich kenne keine andere GmbH, die ihre Werte so regelmäßig aktualisiert offen zur Verfügung stellt. Selbst bei Aktiengesellschaften erfährt man nur selten mehr, als aus den vierteljährlichen Bilanzen hervorgeht. Wie also ganz unschwer zu erkennen ist, ist ein Gegenwert für das Genußrechtskapital vorhanden und unter Berücksichtigung der stillen Reserven war auch die Zinszahlung der letzten Jahre angemessen. Mit den stillen Reserven nennt Prokon aktuell 1761,5 Mio Euro Sachanlagevermögen bei nur 1354,5 Mio Euro Genussrechtskapital. Wer also von einem Schneeballsystem spricht, hat ganz offensichtlich nicht richtig recherchiert oder zündelt vorsätzlich an einem hochinnovativem Unternehmen der Erneuerbaren Energien.

Ebenso sprechen Sie die selbige journalistisch extrem schlechte Geschichte erneut mit einer Quellenangabe zur Süddeutschen Zeitung an - nur findet sich Ihr Zitat dort nirgends. Hatten Sie dieses vielleicht aus einem Kommentar übernommen? Das wäre peinlich, da es dort wie so oft in Richtung Flamewar tendiert … Der Artikel in der Süddeutschen Zeitung selbst ist relativ sachlich gehalten und erwähnt diese falsche Schneeball-Behauptung mit keiner Silbe.

Sie erwähnen auch die 8% Zins der Vergangenheit. Ich nutze dies, um etwas weiter auszuholen und Dinge klar zu stellen, auf die Sie in Ihrem Artikel gar nicht eingegegangen waren, die aber anderenorts wiederholt vorsätzlich falsch dargestellt wurden. Wie bereits oben dargelegt, war dieser Zins bisher mehr als gerechtfertigt. Da an vielen Stellen (vor allem auch von Verbraucherschützern etc.) immer wieder gerne diese 8% kritisiert werden, da solche Zinsen doch “nur unseriös” sein können, hier etwas Hintergrundwissen dazu. Mit Windkraftwerken erwirtschaftet man etwa 10-12, teils 13% Rendite. Dies wurde vor einiger Zeit auch in einem der Prokon-Rundbriefe so bestätigt. Die 8% sind also genau genommen sogar extrem wenig für diese Branche. Gründe dafür, dass Prokon so wenig zahlt, sehe ich in folgenden Punkten:

  • Minieinlagen und Aufstockungen ohne Wertbeschränkung - besser wären Mindestsummen für jede Zahlung im vierstelligen Bereich
  • jede Einlage wird per Brief bestätigt, das ist zwar richtig so, kostet aber Geld
  • viel zu kurze Kündigungsfristen (jetzt leider mit unschönen Folgen)
  • umfangreiche Investitionen ins Unternehmen und vor allem auch ins Marketing

Ganz offensichtlich ist der angebotene Zins von 6-8% also eher niedrig angesetzt und somit auch in keinster Art und Weise unseriös, wie gerne behauptet wird. Ganz im Gegenteil kann man davon ausgehen, dass jeder, der dies behauptet, selbst unseriös agiert und damit seine Leser/Zuhörer vorsätzlich schädigt.
Auch andere Genußrechtsanbieter werben meist mit ca. 7-8% Rendite. Sieht man sich in weiteren Investitionsbereichen um, so sind langfristige Renditen von 10-15%, teils bis hin zu 20%, völlig normal. Genau aus diesem Grund habe ich selbst auch nur einen relativ kleinen Betrag bei Prokon investiert. Es ist eine kleine Investition für eine saubere und technisch moderne Zukunft und gleichzeitig leiste ich damit meinen Beitrag zur Schwächung der bisherigen Energiegroßkonzerne mit Schwerpunkten auf Atom- und Kohle-Strom und strafe unsere die bürgernahe Energiewende behindernde Politik indirekt Lügen. Das richtige Geld hingegen erwirtschaftet auch bei mir im Schnitt 15% pro Jahr. So viel zum Thema 8% sind unseriös - einfach nur lächerlich.

Zitat Presseanfragen beantwortet die Firma seit Tagen nicht. Allein das ist schon verdächtig. Wer lesen und recherchieren kann, ist auch hier wieder ganz klar im Vorteil. Sämtliche erforderlichen Informationen sind über die Webseite von Prokon externerLink verfügbar und darüber hinaus gibt es seit kurzem die Freunde von Prokon externerLink, welche ebenfalls Öffentlichkeitsarbeit leisten und so weit möglich auch auf Presseanfragen reagieren. Falls Sie sich ernsthaft für die Gründe interessieren, weshalb Prokon nicht auf Anfragen reagiert, helfe ich Ihnen natürlich gerne bei der Recherche. In vielen Rundbriefen externerLink der Vergangenheit klagte Prokon sein Leid über Journalisten, die Informationen anforderten oder Interviews führten und anschließend offensichtlich schon vorgefertigte Artikel veröffentlichten, die komplett an den Haaren herbeigezogen und ohne Bezug zu den gelieferten Sachverhalten waren. Ganz offensichtlich lassen sich reißerische Artikel mit vielen inhaltlichen Fehlern besser verkaufen, als beruhigende Faktenberichte. Auch kann man von einer gezielten Parteinahme gewisser Medien gegen Prokon ausgehen, da Prokon sich verbal in seinen Rundbriefen immer wieder entsprechend über Probleme mit Medien, Geklüngel in Politik und (Energie-)Wirtschaft, Banken usw. ausließ. Damit macht man sich nicht nur Freunde. Wenn man das Spiel mit gewissenlosen Journalisten dann einige Jahre mitgemacht hat, spart man sich sinnvoller Weise irgendwann die Zeit und das Geld, was man für solche Anfragen sonst verschwenden müsste. Wie mehrfach erwähnt, findet sich all das bei Prokon auf der Webseite - es gibt keine Geheimnisse. Gute Journalisten erkennen das und recherchieren es selbst. Vielleicht hatten Sie einfach nur einen schlechten Tag, ich helfe Ihnen gerne aus. Konkret ist die Begründung im Rundbrief 49 auf Seite 4 zu finden.

Zitat “Tausende Ökostrom-Anleger müssen um ihr Geld bangen.” “Qualitätsjournalismus” wie in Ihrem Artikel trägt eine gewaltige Schuld daran und wie schon oben gesagt, noch lässt sich das meiste retten. Nur ist die permanente Brandstifterei leider nicht hilfreich und kann zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung führen.

Zitat “Die Firma sah sich jetzt selbst zu einem dramatischen Schritt gezwungen: Sie warnte ihre Investoren vor der eigenen Pleite.” - Falsch, es wird nicht vor einer Pleite gewarnt. Bitte informieren Sie sich vor dem Verfassen solcher Geschichten erst darüber, was eine Planinsolvenz (Insolvenz in Eigenverwaltung) ist. Dabei handelt es sich in keinster Weise um eine “Pleite-Insolvenz”, da die Firma nicht pleite ist - sie ist nur ab dem entsprechenden Zeitpunkt offiziell nicht liquide genug und friert deshalb Auszahlungen ein. Vorrangiges Ziel der Planinsolvenz ist die Rettung des Unternehmens. Nur so können wirklich alle Forderungen letztlich beglichen werden - aber natürlich mit einer zeitlichen Verzögerung.

Zitat “Gleichzeitig aber rief Prokon seine Investoren dazu auf, in nächster Zeit das eigene Geld doch bitteschön nicht abzuziehen. Dies könnte als Erpressung aufgefasst werden.” Sie unterstellen Erpressung? Können Sie lesen und fremde Texte interpretieren, Sachverhalte analysieren und richtig deuten? Wenn Sie solche Aussagen verfassen, scheint dem leider nicht so zu sein. Natürlich ruft Prokon die Anleger auf, nicht das Geld abzuziehen, denn erst dies führt zu den bevorstehenden Liquiditätsproblemen. Kommt es zur planmäßigen Insolvenz, so wird auch das gekündigte Genußrechtskapital nicht ausgezahlt, bis die Firma entsprechend dazu fähig ist. Das wird nach Aussage Prokons mindestens 6 Monate dauern - so schnell wird es dann aber wohl nicht gehen. Behalten die meisten Leute einen kühlen Kopf und lassen das Geld drin, kommen sie vermutlich schneller und vor allem auch komplett wieder an ihr Geld, als durch die Vermögen schädigende Insolvenz - diese kostet Zeit, Geld und erzwingt Verkäufe unter Wert.

Die von Ihnen erwähnten Strafanzeigen laufen teils schon länger und sind auch schon im oben erwähnten Rundbrief 49 beschrieben und sind inhaltlich nicht zu halten. Sie dienten in der Vergangenheit schlicht der Diffamierung des Unternehmens und des Geschäftsführers durch einzelne Personen. Inzwischen wittern diverse Anwälte ihre Chance, Prokon-Genussrechtsinhaber zu bequatschen, damit diese eben einen Anwalt beschäftigen. Das bringt den Anlegern keinen Vorteil und kostet nur beide Seiten unnötig Geld - aber die Anwälte freut’s, schließlich verdienen diese am Leid anderer, das ist genau genommen ihr Beruf.

Ihre letzten Sätze schießen dann den Vogel ab, inhaltlich bin ich auf die merkwürdigen von Ihnen veröffentlichten Aussagen aber schon oben eingegangen. Am besten gefällt mir dann auch der allerletzte “Satz” “Windige Geschäfte.” - das ist echtes Bild-Niveau: Ein Satz, der keiner ist. Für Unwissende: Es fehlt das Verb.

Herr Alt, es würde mich freuen, wenn Sie sich zukünftig wieder mehr Mühe geben, um inhaltlich korrekte Artikel zu verfassen. Sie haben im Laufe Ihres Lebens promoviert und zahlreiche Auszeichnungen erhalten, da kann man einfach mehr Qualität erwarten. Betrachten Sie dies hier also also konstruktive Kritik, wenngleich sie zuweilen recht bissig formuliert wurde.

Eine Reaktion zu “Prokon - Berichterstattung auf Telepolis von Franz Alt, Teil2”

  1. admin

    Offener Brief an Franz Alt, bezugnehmend auf seinen Prokon-Artikel vom 14.01.2014 auf heise Telepolis:

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