Google Nexus 4 radikale Preissenkung

Heute hat Google den Preis für sein aktuelles Nexus-Smartphone, das LG Nexus 4, um ganze 100€ reduziert. Das sind stolze 33% bei der Variante mit der kleinsten Speicherausstattung. Die 8-GB-Variante kostet nunmehr 199€, die mit 16GB 249€ (direkt im Google-Playstore). Letzteres ist zwar auch noch interessant, aber 50€ für lumpige 8GB? Immerhin bekommt man eine µSD-Karte mit 16GB als normaler Endkunde bereits für 10-15€, da hätte Google als Großabnehmer auch bei einem 5€-Preisaufschlag für 8GB mehr noch Gewinn gemacht …

Der verbaute Speicher ist für heutige Verhältnisse in der 8-GB-Version sehr klein und bei der 16-GB-Version akzeptabel. Mit Erweiterungsoptionen aber sieht es sehr schlecht aus, denn die Nexus-Geräte besitzen keinen Slot für (µ)SD-Karten, da Google aus mehreren, für viele Kunden absolut unverständlichen Gründen, einfach keine SD-Karten mehr unterstützen will. Normaler Weise ist das ein absolutes KO-Kriterium, aber bei einem Nexus für knappe 200€, muss man dieses Gerät dennoch bei einer geplanten Neuanschaffung in seine Überlegungen mit einbeziehen. Immerhin bietet Google für die Nexus-Modelle auf lange Zeit stets zügig frische Updates. Alle anderen Hersteller hingegen brauchen bis zur Veröffentlichung der von ihnen zusätzlich angepassten Updates sehr lange und hören meist nach spätestens einem Jahr auf, überhaupt noch Updates für die “alten Eisen” zu liefern. Dann hat man die Wahl: rundum altes Handy oder Bastelfon mit anderer Firmware. Theoretisch hat das Google-Smartphone noch ein zweites KO-Kriterium, nämlich einen fest verbauten Akku. Allerdings ist dieser zumindest mit Hilfe von ein wenig Feinmechanikerwerzeug (kleine Torx-Schraubendreher) tauschbar und so ignoriere ich diese negative Eigenschaft großzügig. Bleibt zu hoffen, dass sich das System niemals so aufhängt, dass man keinen Neustart mehr machen kann, ohne den Akku herauszunehmen - bei älteren Smartphones keineswegs eine Seltenheit.

Auf jeden Fall kann man es drehen und wenden wie man will, mit 8 GB ist das Nexus 4 damit aktuell das Smartphone mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Es hinkt zwar inzwischen natürlich auch in einigen Punkten den aktuellen High-Endmodellen hinterher, was aber nicht weiter verwundert, da das Nexus 4 bereits im November 2012 vorgestellt wurde. Mit seinem 1,5-GHz-Quad-Core und 2 GB RAM ist es auch weiterhin sehr sportlich unterwegs, nur beim Bildschirm kann es den Full-HD-Boliden nicht das Wasser reichen. Dennoch halte ich die 1280 x 768 Pixel Auflösung auf einem 4,7″-Display für vollkommen ausreichend. Das Gerät kann man mit dem neuen Preis theoretisch sogar als Übergangslösung nutzen, schließlich macht man dabei keine Unsummen kaput und nach 1 Jahr bekommt man es sicherlich auch noch gebraucht verkauft.

Im Folgenden noch die wichtigsten Eckdaten in einer Übersicht, ergänzt um selbige Eckpunkte vom ganz frisch verfügbaren Nexus 7:

\ LG nexus 4 Asus nexus 7
CPU 1,5GHz Quad-Core Arm 1,5GHz Quad-Core Arm
RAM 2 GB RAM 2 GB
Flash 8/16 GB 16/32 GB
Display 4,7 Zoll, 1.280 x 768 Pixel, IPS 7,02 Zoll, 1920×1200 Pixel, IPS
Kamera Front/Rückseite 8MP/1.3MP 5MP / 1,2MP
Abmessungen 133,9 x 68,7 x 9,1 mm 114 x 200 x 8,65 mm
Gewicht 139 Gramm 280 Gramm
Akku 2100 mAh 3950 mAh

Ausgeliefert werden die Geräte natürlich mit der neuesten Android-Version aus dem 4.2- bzw. 4.3-Zweig und es gibt bei den nexus-Modellen bekanntlich regelmäßig Updates von Google. Das Nexus 7 besitzt übrigens leider auch keinen SD-Karten-Slot, kostet aber in der kleinen Version auch nur 229€.

5 Reaktionen zu “Google Nexus 4 radikale Preissenkung”

  1. admin

    Im Vergleich dazu auch interessant: Samsung Galaxy S4 Modelle.

    Update: Vorhin noch bei heise gelesen, dass der Preis sogar rückwirkend ab 12.08. gewährt wird.

  2. admin

    Ich konnte nicht länger widerstehen und habe mir vor einigen Tagen das Nexus bestellt, jetzt ist es erhalten und ich auch schon eingerichtet. Vielleicht war ich etwas zu geizig, da ich nur die 8-GB-Variante genommen habe. Diese 8GB sind letztlich doch deutlich weniger, als die 8GB in meinem alten Smartphone. Ich hatte irgendwie nicht bedacht, dass dort knappe 2GB interner Flash integriert waren, ergänzt duch eine 8-GB-SD-Karte. Aber wenn man es mit installierten Apps, Bildern und MP3s nicht völlig übertreibt und man auch keine großen zusätzlichen Navigations-Apps installiert, genügt die 8-GB-Version durchaus. Davon stehen allerdings nur ca. 5,7 GB für Apps, Musik, Daten usw. zur Verfügung. Ich werde in Kürze noch einen kleinen Erfahrungsbericht zum Google Nexus 4 verfassen. Eines steht jetzt schon fest: bei dem Preis kann ich es auf jeden Fall weiterempfehlen. Dennoch gibt es neben den im obigen Text schon angesprochenen Dingen einige weitere, die mich stören.

  3. admin

    Inzwischen ist das Telefon seit gut 2 Wochen ausverkauft und der Nachfolger könnte Gerüchten zur Folge auch wieder ein LG-Telefon werden.

    Backup und Neueinrichtung
    Das jetzige war jedenfalls bei der Ersteinrichtung wie üblich etwas lästig. Wenn man auf das Rooten verzichtet, ist das Erstellen von Backups vom alten Telefon und Einspielen des Backups ins neue Telefon eben etwas fummeliger. Mit Hilfe der App MyPhoneExplorer Client und dem zugehörigen PC-Gegenstück geht es aber doch halbwegs. Die Problematik könnte irgendwie einfacher gestaltet werden - einfacher ohne alle seine Daten (Kontakte etc) in den Google-Acc oder dergleichen zu legen. WhatsApp ließ sich zwar einfach wieder mit seinem Backup neu einrichten, allerdings waren zuvor per MyPhoneExplorer schon alle WhatsApp-Kontakte ohne die WhatApp-Verknüpfung in der neuen Kontaktliste gelandet. Manuelles Löschen war dann erforderlich …

    Software
    Von der Software her finde ich es erstaunlich, dass dieses Telefon allen Ernstes ohne eine Taschenlampen-App ausgeliefert wird. Entweder kopiert man sich also die App von einem alten Android herüber oder man installiert sich Spicy Taschenlampe, die derzeit wohl einzige kostenlose im Google-Shop, die ohne Werbung und Spyware-Rechte auskommt.
    Wie üblich hat auch dieses Telefon einen Haufen lästiger Software installiert, die in diesem Fall Google unter die Leute bringen möchte und auch hier lässt sich der lästige Schrott nicht deinstallieren und nervt somit fortan gelegentlich mit Updates oder weil man versehentlich in der App-Übersicht drauf klickt oder weil es schlicht auch genau diese Liste sinnlos befüllt. Als für die meisten User überflüssig bezeichnen würde ich Currents, Earth, G+ Fotos, Google +, Hangouts, News & Wetter, Play Books, Play Movies, Play Music, Rechner, Sprachsuche, Video Studio (k.A. was das ist) und die fest eingebundenen Sprachpakete z.B. für koreanisch.
    Immerhin sind im Gegensatz zu meinem alten HTC-Telefon Facebook und Twitter nicht mitinstalliert.

    Bedienung
    Das Telefon ist sehr zügig und im Normalfall super flüssig. Manchmal ruckeln Programme dennoch beim ersten Aufruf. Ist alles an Daten erst geladen, gibt es dieses Ruckeln nicht mehr. Der Bildschirm ist mitunter nicht sensitiv genug beim Tippen. Bedingt durch das relativ große Display kann es gelegentlich passieren, dass man mit dem unteren Teil des Daumens den Touchscreen blockiert und man so nicht mehr oben tippen kann. Das ist aber nur etwas Gewöhnungssache. Das Handy ist zwar bereits relativ groß, dennoch würde ich nach den ersten Tests eher noch etwas größere Smartphones mit ca. 5-6 Zoll empfehlen. Da ich insgesamt etwa 6 Jahre lang den Luxus genossen habe, Smartphones mit echter Tastatur zu nutzen, steht eines für mich fest: Das Tippen auf dem Bildschirm ist ein Albtraum und das auch im Querformat. Sicher, es geht und teils ist man mit Swipen (soweit dies funktioniert) - insgesamt ist das Schreiben aber extrem fummelig. Ständiges Vertippen, Fehler bei der Swipe-Erkennung und die fehlenden Navigationstasten machen das Tippen von mehr als einem kurzen Satz schnell zu einer lästigen Angelegenheit. Sollte es jemals wieder ein brauchbares Smartphone mit guter Tastatur geben, ich kaufe es …

    Laufzeit
    Direkt nach Erhalt testete ich die Laufzeit bei intensiver Nutzung. Innerhalb von 24h hatte ich das Display ganze 8h aktiv, teils Musik gehört und oft helle Hintergründe (Webseiten etc.) - erst dann war der Akku komplett alle. Bei normaler Nutzung kommt man also locker auf 2-3 Tage Laufzeit, hört man viel Musik und surft noch ein wenig, ist es nur einer. Hat man keinerlei zusätzliche Aktivitäten mit dem Telefon, keine Dropbox, kein WhatsApp und keien sonstigen Synchronisationen, hält es vermutlich locker 5-7 Tage.

    Gesamteindruck
    Ein Spitzentelefon mit Macken. Nur haben auch die (meisten?) 2-3x so teuren Telefone die gleichen oder zumindest ähnliche Macken.

  4. joost

    Den Verzicht auf Speichererweitung empfinde ich als Bevormundung der besonderen Art - das hat sich nicht mal Apple getraut. Eine derartige Frechheit belohne ich durch Nicht - Kauf.

  5. admin

    Seit ein paar Tagen wird für das Nexus 4 das Systemupdate auf Android 4.4 verteilt. Ich habe es vorgestern erhalten. Für das Update wurden etwa 230 MB heruntergeladen und nach der Installation hatte ich hatte ich etwa 250MB mehr freien Flash-Speicher, als zuvor. Die neue Version soll auch beim RAM deutlich genügsamer sein - geprüft habe ich das nicht.

    Es sind auch wieder einige neue sehr lästige Funktionen von Google integriert worden. Zum Glück lassen sich diese über die allgemeinen Apps-Einstellungen deaktivieren. Überflüssiges Zeug:

    • Cloud Print
    • HP Druckdienst Plugin
    • Google Play Kiosk (Nachfolger von Currents, was aber auch noch vorhanden ist)
    • Druck-Spooler
    • Hangouts wurde noch weiter integriert, nur wenige Tage zuvor wollte der Schnüffeldienst meine SMS zur Verwaltung übernehmen

    Das Deaktivieren und Beenden der Apps mit zusätzlicher Deaktivierung der Benachrichtigung spart übrigens nicht nur reichlich Nerven und Zeit für ungewollte Updates. Vor allem spart es auch Speicher und man bekommt so nutzloses Zeug deaktiviert, so dass auch der Akku länger halten dürfte.

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