Arduino 1.0 mit neuen Funktionen

Vorschau: Arduino IDE v1.0Das 24. Release der Software­entwicklungs­umgebung zur gleichnamigen Hardware ist seit Anfang diesen Monats bei Version 1 angekommen. Die neue Version bietet neben kleinen optischen Anpassungen vor allem zahlreiche neue Treiber. Beispielsweise werden Links in Kommentaren jetzt automatisch hervorgehoben und öffnen beim Anklicken den Link im Browser. Besonders erwähnenswert an der neuen Version ist die Erweiterung der Ethernet-Bibliothek um DHCP und DNS. Auch der Zugriff auf SD-Karten sowie die serielle Kommunikation wurden verbessert.

Arduino hat sich in den letzten Jahren eine große Fangemeinde aufgebaut und das mit einigen wenigen Grundprinzipien:

  • OpenHardware - die Schaltungen (bisher vorrangig auf Atmel-AVR-Basis) sind ohne lästige Schutzrechte frei verfügbar und es gibt entsprechend viele Nachbauten mit teils anderer Hardware aber selbem Pinout der herausgeführten Anschlüsse
  • leicht erweiterbar - es gibt unzählige Shields, die als Erweiterung auf eine Arduino-Board aufgesteckt werden können und so Funktionen wie SD-Card, diverse Sensoren, Displays oder auch Netzwerk-/Funkschnittstellen zur Verfügung stellen
  • OpenSource - die Entwicklungsumgebung (aktuell ca. 85 MB groß) kann auf der Herstellerseite frei heruntergeladen werden
  • relativ einfacher C++-Code, der die Schwierigkeiten der Mikrocontrollerprogrammierung komplett abstrahiert - allerdings auf Kosten der Effizienz

Auf der Basis des Arduino-Konzepts können daher auch Einsteiger ohne Erfahrungen Vorschau: Arduino UNOmit Mikrocontrollern ganz einfach Dinge entwickeln, für die ein PC oder dergleichen nicht geeignet sind. Kleine Steuerungen, Regelungen, Messdatenerfassungen und ähnliches sind mit ein paar Steckverbindungen, wenigen Klicks und einigen Zeilen Quelltext (davon 90% Copy&Paste) spielend leicht realisierbar. Um etwas geistreiches zu basteln, wird man zwar auch schnell 100-150€ los, aber einfachste Dinge bekommt man dank der OpenHardware-OpenSource-Kombination teils auch schon für unter 50€ hin und das inklusive wirklich einfacher Handhabung.

Wunderdinge sollte man von einem 20-MHz-Prozessor in Kombination mit objektorientierter Programmierung jedoch auf gar keinen Fall erwarten. Arduino-Code ist hochgradig ineffizient im Vergleich zu optimiertem Code Vorschau: Arduino UNO R2 Unterseitein C oder gar gutem Assembler-Code. Dafür erhält man aber halt sehr schnell eine funktionierende Lösung, ohne sich weiter darüber Gedanken machen zu müssen. Die für die nahe Zukunft geplanten ARM-Versionen des Arduino werden sicherlich einiges an zusätzlicher Leistung bringen, aber auch dann wird die Leistung weit hinter normalem, auf die jeweilige Aufgabe zugeschnittenen, Code zurückliegen. Gerade bei Embedded Systems ist Effizienz allerdings extrem wichtig - desto effizienter der Code ist, um so schneller sind Berechnungen fertig oder umso langsamer und stromsparender kann man evtl. auch den Controller takten. Trotzdem könnte sich ein Arduino mit ARM-Controller zumindest für schnelle Tests und etwas großzügiger dimensionierte Prototypen hervorragend eignen. Im letzten Artikel mbed mit TFT-TouchScreen hatte ich bereits eine solche Hardwaresymbiose aus ARM Cortex M3 und einem Arduino-Display-Shield beschrieben, nur softwareseitig ist meine Lösung natürlich weit von der Arduino-Welt entfernt.

2 Reaktionen zu “Arduino 1.0 mit neuen Funktionen”

  1. admin

    Übrigens sieht man auf dem Bild mit der Verpackung drum herum sehr schön die “Verarbeitungsqualität” der originalen Arduinos - schiefe Buchsenleisten scheinen keine Ausnahme zu sein. Ich hatte bisher drei Modelle in der Hand und jedes war irgendwie doch sehr billig zusammengelötet und hatte mindestens eine leicht schräge Buchsenleiste. Mit ein wenig drücken und biegen bekommt man die Shields aber dennoch eingesteckt. Auch die für heutige Zeiten absolut unübliche USB-B-Bauchse verwunderte mich anfänglich etwas, schließlich finden sich heutzutage sonst nur noch Mini- oder Micro-B-Buchsen, für welche man auch weniger lange nach einem Kabel suchen muss ;) Die große Stromversorgungsbuchse ist ebenfalls meist schief eingelötet, Dank USB in 99% der Fälle aber ohnehin überflüssig.

  2. admin

    Der erste Dämpfer mit der neuen Version kam auch gleich - ich hatte bisher nur mit Version 22/23 experimentiert und dafür besitze ich zusätzliche Bibliotheken zu den Shields. Diese wiederum verwenden natürlich diverse Arduino-Includes. Mit der neuen Version gibt es einige dieser Dateien (z.B. die WProgram.h und die wiring.h) aber nicht mehr bzw. sind diese so umstrukturiert, dass man Probleme hat, alles wiederzufinden. Das widerspricht damit etwas dem Konzept des “mal-schnell-Zusammenklickens”. Da ich wenig Lust verspüre, mehr als ein paar Minuten in Arduino-Anpassungen zu stecken, werde ich wohl bei den alten Versionen bleiben, bis jemand meine Zusatzbibliotheken angepasst hat. Sowas dauert zum Glück bei OpenSource meist nicht sehr lange ;)

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