Mini-USB-Breakout-Kabel

Da ich heute den Stromverbrauch einer kleinen Schaltung messen musste, die per Mini-USB mit Strom versorgt wird und ich dieses Mal keine Lust hatte, mit Kupferlackdraht herumzufrickeln, habe ich etwas langlebigeres und praktischeres gebastelt. An sich ist das keine große Sache und dieses Kabel sollte auch für jemanden mit wenig Löterfahrung einfach zu basteln sein. Vermutlich gibt es solche Kabel auch schon fertig zu kaufen, aber einerseits macht selbst basteln Spaß und in dem Fall kostet der Spaß in der Regel auch nichts - man benötigt dafür nur ein paar Kleinigkeiten aus der Bastelkiste. Ich hoffe, dass diese simple Idee für den ein oder anderen ebenfalls interessant ist.

Man nehme:

  • ein kurzes USB-Kabel, je nach Wunsch z.B. mit Mini-USB oder auch Mikro-USB
  • ein kleines Stück Lochraster-/Streifenrasterplatine
  • Pinheader mit 2×5 Pins (Standardraster 0.1″=2.54mm)
  • Messer, Seitenschneider, Lötzeug, Heißkleber, Klebestreifen und ein paar freie Minuten
  • einige Jumper und zwei Drähte, über die man das Messgerät einschleifen kann

Vorschau: Mini-USB-Breakout-KabelBei einer Streifenrasterplatine trennt man die Kontakte in der Mitte zwischen den Löchern, in die man anschließend die Pinheader lötet. Bei Verwendung der Lochrasterplatine muss man entsprechend auf der Unterseite später Verbindungen zwischen den Pins und den eingelöteten Adern schaffen.
Das USB-Kabel wird getrennt, sinnvoller Weise dicht am Mini-USB-Stecker, damit man mit dem Meßgerät nicht an die Versorgungsquelle (PC/Laptop) ran muss sondern dieses bei der Schaltung belassen kann. Danach den Spaß abisolieren und von beiden Seiten die entsprechenden Adern so neben die Pinheader löten, dass die Kupferlitze der Adern keine Kurzschlüsse zu den Nachbarstreifen verursacht. Sicherheitshalber sollte man jetzt mit einem Durchgangsprüfer testen, ob man nicht doch irgendwo einen Kurzen drin hat …
Um auch langfristig derartige Kurzschlüsse zu vermeiden und um der eingelöteten Steckleiste mehr Stabilität zu geben, ist Heißkleber eine gute Hilfe. Davon reichlich um die Lötstellen und Adern herum auftragen und das ganze noch mit Klebestreifen zusätzlich stabilisieren. Schon ist das Mini-USB-Breakout-Kabel fertig.

Um das Messgerät anzuschließen, kann man natürlich alle möglichen Drähte verwenden. Praktisch ist eine Kombination aus male-female Breakoutkabel und einem Kabel mit Krokoklemme+Bananenstecker. Perfekt wären zwei kurze Kabel (oder eine Doppelader), die auf einer Seite eine Buchse für die Pins und auf der anderen Seite einen Bananenstecker haben, da man diese dann direkt ins Messgerät stöpseln kann.

Außer zum Messen des Stromverbrauchs von Kleingeräten kann man dieses Kabel natürlich auch verwenden, um im USB-Traffik herumzuschnüffeln. Einsatzgebiete dafür gibt es einige und die müssen nicht unbedingt in Hardware-Keyloggern enden. Mitunter will man bei einem Gerät ohne es zu öffnen einfach nur wissen, ob überhaupt Daten übertragen werden oder ob da evtl. das große Rauschen (sprich: irgendein Fehler) vorliegt.

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