Platinen von SeeedStudio

Heute kamen meine ersten Platinen von SeeedStudio an. Ich hatte in dem kürzlichen Artikel diese Test-Bestellung bereits erwähnt. Ich hatte anfänglich einige Probleme mit den gewünschten Dateien, da die zum Download zur Verfügung stehende Eagle-Datei für die CAM-Jobs nicht laufen wollte und die Anleitung zum manuellen Erstellen weit von dem entfernt war, was man hinschicken muss. Nach einigem Mailverkehr erhielt ich dann aber die richtige CAM-Datei und damit ging es problemlos. Der einzige Unterschied war übrigens, dass in der Download-Version Unix-/Linux-typische Zeilenumbrüche (LF, 0×0A) drin waren und in der zugesendeten Version die bei Windows üblichen (CR LF, 0×0D 0×0A) - Eagle für Windows mag also keine Linuxdateien, jetzt weiß ich’s … Am 13.08. schickte ich dann die korrekte Version hin und heute kam bereits das Päckchen an. Das waren also nur knapp 3 Wochen trotz des langen Lieferwegs, überraschend schnell.

Doch kommen wir zum eigentlichen Thema, der PCB-Fertigung von SeeedStudio. Die Platinen sind ein Knaller, wirklich absolut 1a. Ich habe an einigen Stellen minimal erlaubte Strukturbreiten verwendet und entsprechend auch die Vias sehr klein gehalten. Das ist alles hervorragend gelungen, auch Verzinnung und Bestückungsdruck sind qualitativ hochwertig. Natürlich erwartet man dies von einem professionellen Hersteller und natürlich ist auch klar, dass in China (nicht selten auf Kosten der Umwelt) wesentlich billiger produziert wird, als bei uns in Europa. Trotzdem hatte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, dass bei einem derart niedrigen Preis wirklich Top-Platinen ankommen. Ich hatte als Format 10cm x 10cm x 1mm ohne Sonderwünsche (also mit Bleiverzinnung und in grün) gewählt, geliefert wird im Zehnerpack. Zu den 10 Platinen hatte ich noch ein Bündel Steckkabel mitbestellt und das alles kostete inkl. Versand nur um die 24€.

Vorschau: LeiterplattenAuf dem Foto sieht man die vollständigen Platinen und eine bereits (teil-)getrennte. Ich hatte mehrere Schaltungen zusammengefasst, diese müssen bei SeeedStudio aber in einem Stück bleiben. Mangels CNC-Fräse habe ich die Platinen einfach per Hand mit einer Fräse getrennt und die Kanten mit Schleifpapier geglättet. Das ist zwar nicht ganz gerade geworden, aber zum Basteln reicht’s. Beim nächsten mal lasse ich allerdings mehr Platz zwischen den Teilplatinen, damit ich mit einer normalen Säge rangehen kann ;) Die Platinen beinhalten insgesamt 5 Testschaltungen:

  • 1x mbed - damit kann man ein mbed-Board ganz einfach um ein paar Kleinigkeiten erweitern, I²C, ADC und LCD sind bereits vorbereitet, alle verfügbaren Pins zusätzlich herausgeführt. Die genaue Schaltung ist im letzten Artikel zu sehen.
  • 1x AVR ATmega - ein kleines Eval-Board für die 8er ATMega-Reihe (48, 88, 168, 328) mit Vorbereitung für FTDI, LEDs, ein paar Lochrasterstellen und die übrigen Pins sind auf kleine Lötstellen herausgeführt. Mit Lupe und Kupferlackdraht ist da also vieles möglich
  • 1x AVR ATtiny - eigentlich ein blankes Eval-Board für die günstigsten ATTiny 24 (bzw. 44, 84) mit reichlich Platz für Testschaltungen mittels Lochraster
  • 1x DC/DC-Converter - nutzbar für einige verschiedene Spannungsregler, durch die geringe Größe leicht per Kupferlackdraht anderswo integrierbar
  • 1x I²C -Breakout für SHT21 - der SHT21 ist ein extrem kleiner (3mm x 3mm) hochpräziser und selbstkalibrierender Temperatur- und Feuchtigkeitssensor von Sensirion

Das Erweiterungsboard für meinen mbed werde ich in den nächsten Tagen als erstes bestücken. Ich benötige eine einfache und praktische Möglichkeit, um ein paar Sensoren und mein Touchscreendisplay anzubinden. Die jetzige Lösung auf einem Steckbrett ist irgendwie nicht so das Gelbe vom Ei.

Das versprochene Foto liefere ich gleich nach, einfach in 30 min noch Mal vorbeischauen …

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