Firefox 6.0 - Ein Kommentar

Langsam aber sicher nervt das, was die Mozilla Group mit ihrer Versionsnummern-Inflation treibt. Der allseits beliebte Browser Mozilla Firefox wird gerade (seit dem 16.08.2011) in der Version 6.0 verteilt. Die entsprechende Begrüßung lautet Ein Sicherheits- und Stabilitäts-Update wurde heruntergeladen und ist bereit zur Installation.

Im März fing es mit der Version 4 an und dabei handelte es sich wirklich noch um eine umfangreiche Aktualisierung. Seit dem wird fast jedes kleine Update als neue Hauptversion verbreitet. In der Vergangenheit war das bei Mozilla ähnlich wie bei den meisten anderen ernsthaften Projekten gehandhabt worden: Alle paar Jahre ein Major-Release und sonst wird nur die Zahl hinter dem Komma geändert. Doch das ist vorbei und seit dem blickt kein Mensch (außer den Mozilla-Entwicklern) mehr durch. Selbst Web-Entwickler können einem oft nicht mehr spontan sagen, was eigentlich für relevante Unterschiede zwischen den Versionen 4, 5 und jetzt 6 bestehen. Schon vor einigen Wochen hatte ich irgendwo gelesen, dass auch einige größere Firmen, die den Firefox im Unternehmen einsetzen, von der Major-Release-Schwemme genervt sind. Hoffentlich überdenkt man das jetzige Vorgehen bei Mozilla noch Mal, aber vorher bekommen wir laut Planung am 27. September den Firefox Version 7 - also nach alter sinnvollerer Rechung eigentlich max. Version 4.3, eher 4.03 … Die neue Nummerierung sieht bei der u.a. vom Firefox genutzten Renderingengine Gecko genauso dämlich aus.

Manch einer mag sich jetzt fragen, was letztendlich daran so schlimm ist. Nunja - vieles. Als Privatanwender mit automatischer Aktualisierung kann es einem egal sein, ob wir in 2 Jahren bei Version 20 oder 21 sind. Zwar verlieren dann auch halbwegs kompetente PC-Nutzer den Überblick, aber das ist auch relativ egal. Problematisch hingegen wird es für Web-Entwickler, Admins und Support. Bei Fehlern muss immer die Versionsnummer der fehlerhaften Software genannt werden, um die Fehler nachvollziehen zu können - wenn die sich ständig ändert, werden Falschangaben normal. In vielen Unternehmen ist es üblich, eingesetzte Software vor allem für den Support in Datenbanken zu erfassen - inklusive (Haupt-)Versionsnummern versteht sich. Spätestens jetzt sollte klar sein, dass beim FiFo manch einer nicht mehr aktualisieren möchte. Davon geht die Welt nicht unter, dennoch könnte Mozilla der Welt einige Stirnrunzeln ersparen.

4 Reaktionen zu “Firefox 6.0 - Ein Kommentar”

  1. admin

    Hatte ich ganz vergessen, zu erwähnen: Der Thunderbird wird seit Version 4 mit dem gleichen rekordverdächtigen Tempo weiterentwickelt, denn auch der Mozilla Thunderbird ist jetzt bei Version 6 angekommen. Hier waren die Schritte seit März diesen Jahres allerdings noch größer. Im März war der Tunderbird nach 8 Jahren Entwicklung bei Version 1.9.2 angekommen. Die jetzige Versionsnummer suggeriert, dass innerhalb von nicht mal einem halben Jahr doppelt so viel Entwicklungsaufwand in die neue Version geflossen ist, wie in den 8 Jahren zuvor - einfach nur lächerlich.

  2. admin

    So jetzt reicht’s mir - ich habe die FiFo-Updates deaktiviert. Aktualisiert wird nur noch manuell. Anfang der Woche kam nämlich die Version 7 heraus, vorhin wurde (ohne vorherige Rückfrage!) diese Version bei mir installiert und schwups gehen wieder diverse Plugins nicht mehr. Das ist ein Weg, erfolgreich User zu vergraulen. Blöder Weise möchte ich auf einige Plugins nicht verzichten, also muss ich wohl oder übel vorerst beim FiFo bleiben - nur eben in Zukunft ohne lästige Updates.

    Immerhin, die neue Version soll deutlich weniger Speicher benötigen und auch einige andere kleine Verbesserungen wie die Beschleunigung von 2D-Grafiken (für normales Surfen allerdings unwichtig) beinhalten.

  3. admin

    Die übernächste Version des Firefox wird laut Plan Anfang 2012 erscheinen und endlich die wichtigesten der oben bemängelten Probleme beheben. Ab Version 10 soll der Firefox nicht mehr alle Plugins standardmäßig deaktivieren. Die neue Lösung ist die offensichtlich schon längst nötige: Plugins gelten küftig auch für neue “Major” Releases als kompatibel, es sei denn, sie stehen auf einer separaten Blacklist. Außerdem werden (abschaltbare) automatische Hintergrundupdates durchgeführt, die weniger belästigen und auch die Meldungen nach Browserneustarts deutlich verzögern. Wer seinen Firefox dann 1x am Tag schließt, wird außer einer kleinen Verzögerung vermutlich nicht viel von neuen Updates bemerken. Scheinbar sind endlich die Bedürfnisse der User bei Mozilla angekommen. Aber vorher gibt es noch das Update zur Version 9, welches die seit Monaten andauernde Nerverei letztmalig weiterführt.

  4. admin

    Momentan sind wir bei Version 21, lächerlich … Zum Glück habe ich nichts mehr mit Webentwicklung am Hut und muss mich um diesen Versions-Blödsinn nicht kümmern.

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