Intel Pentium III 750 MHz aus der Zeitblase

Vor ein paar Tagen bekam ich einen alten Rechner überreicht mit der Bitte, vorhandene Daten unwiederbringlich zu zerstören und zu entsorgen. Ich wusste ja, dass die Kiste alt ist, aber dass ich da ein Museumsstück erhalte, dass noch bis vor wenigen Tagen ernsthaft genutzt wurde, führte beim Zerlegen des Geräts doch zu einer Mischung aus Verwunderung, Entsetzen und Belustigung :)

Vorschau: Intel Pentium III 750 MHz - CoppermineDer Rechner sah drinnen och richtig gut aus, kaum Staub, also wenig genutzt und dennoch war da drin über 10 Jahre alte Technik verbaut. Der Intel Pentium III mit 750 MHz (Codename Coppermine) war damals eine wirklich gute CPU, damls im Jahr 2000 :D Dieses nette CPU-Relikt bildete das Herzstück auf einem minimalistischen ASUS-Mainboard mit der Typenbezeichung CUV4X-M und als Arbeitsspeicher diente ein 128-MB-PC100-Riegel von Infineon. Ich kann mich düster entsinnen, dass es Zeiten gab, in denen auch ich nur Infineon-Speicher verbaute und auch nichts anderes auf Nachfrage empfohlen habe. Aber auch das ist lange her, denn Infineon-Speicherriegel für PCs gibt es schon ewig nicht mehr. In der blechernen Zeitblase fand sich außerdem noch eine 3.5″-Festplatte von Seagate (Model ST320423A) mit satten 20.4 GB - erst kürzlich kaufte ich 16-GB-SDHC-Karten für ca. 20€, ähnliche Kapazitäten im 3.5″-Format wirken da schon amüsant … Am beeindruckendsten fand ich aber die Tatsache, dass der Rechner wirklich noch funktionierte, wenngleich halbwegs aktuelle Betriebssysteme auf solcher Technik natürlich nicht nutzbar sind.

Ach ja, falls jemand das uralte Mainboard mit CPU, den Speicherriegel, die alte ATI Rage Pro128 oder die AVR-ISDN-PCI-Karte gebrauchen kann: noch liegt das bei mir herum. Porto und ein paar Motivationstaler und ich schicke es raus, sonst geht der Kram demnächst zum Elektroschrott …

Apropos alte Intel-CPU, da fällt mir noch etwas erwähnenswertes ein, was ich gestern bei heise gelesen hatte. Intel will in Kürze seine Mitarbeiterzahl in Dresden auf 100 verdoppeln. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass sich inzw. auch Intel in Dresden angesiedelt hatte. Schon seit einigen Jahren produziert dort AMD als Intels größter Konkurrent im Reich der PC-CPUs einen Teil seiner Prozessoren. Inzwischen ist diese Produktionssparte allerdings in die Firma Globalfoundries Inc. ausgelagert. Tja und jetzt sitzt dort also auch Intel, da diese die recht junge Mobilfunkfirma Blue Wonder im Herbst 2010 übernommen hatte. Blue Wonder hatte sich mit dem Potential aus ehemaligen Ingenieuren der TU Dresden, einem Aufkauf durch NXP (Philips) und dem späteren Wechsel in die Mobilfunksparte von Infineon (also ehemals Siemens) mit LTE-Mobilfunkchips beschäftigt. Dresden scheint also auch weiterhin im High-Tech-Bereich höchst interessante Firmen anzuziehen, dieses mal Intel. Na das freut mich doch und das obwohl ich selbst bei Leibe kein eingeschworener Intel-Fan bin :)

Eine Reaktion zu “Intel Pentium III 750 MHz aus der Zeitblase”

  1. Superstation

    Hallo admin
    Das ist garnicht unüblich, einen alten Rechner zu nutzen. Auch ich schreibe dir von einem Compaq Deskpro 6400 mit Slot 1 zu S370 Adapter mit der gleichen CPU. Einer FX5200 PCI und 512MB Samsung PC133. Für mich lohnte es sich nie, einen neuen Rechner zu kaufen, daher ersteigerte ich heute einen Celeron mit 1400Mhz und 100Mhz FSB.
    Das dürfte dann der letzte Leistungsschub für diesen Rechner sein.
    Interessiert bin ich an solchen Relikten nur passiv. Ich lese gerne darüber.
    Da das Teil noch funktionsfähig ist, wäre es eine Schande es zu entsorgen. Es gibt immer Leute die einen alten Windows 98 Rechner aufbauen möchten, um alte Software zu nutzen. Nur finden muss man sie, bzw. sie dich.
    Ebay etc.
    Übrigends funktioniert Windows XP mit 750Mhz recht gut, wenn allerdings der Speicher erweitert wird ;)

Einen Kommentar schreiben