ATI Catalyst 10.2

Die Grafikkartensparte von AMD hat letzte Nacht seinen neuen Catalyst-Treiber zum Download freigegeben. Die neue Treiberversion setzt Meilensteine vor allem in Bezug auf Stromspartechniken und bei der Zusammenarbeit unterschiedlicher Karten. Für Spiele lassen sich Profile jetzt separat speichern und aktualisieren. Die optimalen Einstellungen für verschiedene Spiele werden nunmehr unabhängig vom Catalyst-Treiber häufiger aktualisiert und zum Download angeboten. Weiterhin können die Radeon-Karten mit dem neuen Treiber jetzt auch via Display-Port Sound ausgeben. Außerdem kann das mit der 5000er Radeon-Generation eingeführte Eyefinity nunmehr zusätzliche GPUs effizienter nutzen, um große Auflösungen über mehrere Bildschirme fahren zu können. Hierfür sind auch einige früherer Bugs beim Umkonfigurieren (Panel hinzugefügt oder entfernt) behoben worden. Für einige Spiele gibt AMD außerdem einen deutlichen Performance-Schub mit dem neuen Treiber an.
Besonders interessant sind einige Funktionen die wohl teils schon mit Catalyst 10.2, teils aber erst mit dem für März angekündigten 10.3 vorgesehen sind. Es soll über neue Treiberfunktionalitäten dann endlich möglich sein, verschiedene Grafikkartenmodelle in einem Crossfireverbund zu nutzen. Dies soll sogar so weit gehen, dass man DirectX-10- und DirectX-11-Karten gemeinsam nutzen kann, so weit die Software - also in der Regel das Game - sich mit DirectX-10 begnügt. Falls nicht, wird der zu alte Chip einfach deaktiviert. Per Crossfire arbeitende Karten können dann die jeweils andere(n) GPUs in einen Tiefschlaf (Ultra Low Power State) schicken, um ordentlich Strom zu sparen oder alternativ falls sinnvoll den/die weiteren Chip(s) mit zur Grafikberechnung nutzen. Besonders interessant dürfte das werden, wenn auch onBoard-Radeon-Chips als Ergänzung zu wesentlich stärkeren Modellen eingesetzt werden können. Bisher war ein Hybrid-Crossfire-Verbund nur bei ähnlichen Karten möglich, also z.B. bei einer onBoard-Radeon 3300 konnte man nur die Radeon 3450 im Verbund nutzen, was effektiv für heutige Verhältnisse natürlich nicht so viel bringt.

Eher wenig erwaten dürfte man vom neuen Treiber in Bezug auf GPU-Crunching mittels Folding@home oder der Boinc-Projekte MilkyWay bzw. Collatz. Dies werde ich aber gleich mal testen … Leider manfgelt es mir an von der Performance her völlig unterschiedlichen Karten. Bisher zog die langsamste GPU die anderen beim Crunching mit herunter, wäre interessant, ob dies durch den neuen Treiber anders aussieht.

Für das von AMD/ATI leider etwas vernachlässigte Linux steht der neue Treiber noch nicht zur Verfügung, dort ist man noch bei Version 9.12 (Revision 10.1) vom 27.01.2010. Auch werden bei Linux bisher leider nur wenige Distributionen wirklich gut unterstützt. Vor wenigen Tagen hatte ich probiert, den Linux-Catalyst unter Debian Lenny zu installieren und scheiterte bereits beim Bau des Deb-Paketes aus den vorgegebenen Dateien.

Eine Reaktion zu “ATI Catalyst 10.2”

  1. admin

    Das von mir verwendete Testsystem ist AMD Phenom II X3 720 BE @ 3.3 GHz mit 2x Saphire Radeon 4770, die nicht im Crossfiremodus laufen. Da die GPUs (fast) nicht für Spiele genutzt werden sondern nur für GPU-Crunching bringt der Einzelbetrieb wesentlich mehr Rechenleistung, weil die Karten dann ihren Speicher nicht synchronisieren müssen. Dadurch bedingt können die meisten Vorteile des neuen Treibers in meinem System natürlich auch nicht nachvollzogen werden. Dennoch scheint der 10.2er Catalyst einiges zu bringen. Im IDLE-Betrieb scheint der Stromverbrauch etwas niedriger zu sein, als beim zuvor verwendeten 9.10er Treiber. Allerdings sind die gemessenen 3-4 Watt nicht besonders viel und das verwendete Messgerät (ein günstiges Gerät zum Zwischenstecken) auch nicht wirklich für exakte Messungen geeignet. Dafür scheint die Rechenleistung der Karten beim Collatz-Projekt (Boinc) allerdings um etwa 4-4.5% gestiegen zu sein und das bei nahezu identischem Stromverbrauch unter Vollast (ca. 96% GPU-Auslastung).
    Die im Testsystem vorhandene onBoard-Radeon 3300 taucht im System nirgends auf, ist also weiterhin deaktiviert. Vielleicht ändert sich das ja mit dem für März angekündigten 10.3er Treiber.

    Noch ein paar Worte zur Installation: Auch der Catalyst 10.2 lässt sich wie schon sämtliche vorherigen Treiber unter Win7-64 nicht wie vorgesehen installieren. Man muss die Installation starten und damit leben, dass diese nach dem Kopieren der Treiberdateien nach C:/ATI/[Treiberversion] abstürtzt. Danach geht man in den Gerätemanger (z.B. per Rechte-Maus-Taste-Klick auf das Icon “Computer” und dort links im Menü auswählen) und muss dort eine der Grafikkarten auswählen und ihr manuell den neuen Treiberpfad zuweisen. Nach einigem Flackern der Monitore sollten anschließend beide Grafikkarten den neuen Treiber nutzen.

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