UNIX wird 40

Das Urgestein der Betriebssysteme wird jetzt zum Ende November 40 Jahre alt. Entsprungen ist UNIX 1969 in den Bell Laboratories, dessen damals größter Anteilseigner der Telekommunikationsreise AT&T war. Ken Thompson und Dennis Ritchie veröffentlichten ihre 1969 geschriebenen ersten Fassungen noch unter dem Namen Unics. Von Anfang an bot UNIX mit seinem Motto “Alles ist eine Datei” fundamentale Fortschritte, die auch in aktuellen UNIX-Derivaten weiterleben. Selbst das grundlegend völlig andere Konzept von MS Windows nutzt viele Techniken, die mit UNIX selbstverständlich wurden.
In den folgenden Jahren verbreitete sich UNIX u.a. durch die freie Weitergabe an Universitäten, die die Quelltexte nutzen und ändern konnten. Das ursprüngliche UNIX war also ein freies System und wurde erst später im Zuge der Vermarktung seitens AT&T proprietär. Selbst Microsoft bot ab 1980 unter dem Namen Xenix ein UNIX an, welches später von der SCO-Group gekauft und noch einige Jahre weiterentwickelt wurde.

Echte UNIXe werden heute noch in durchaus relevanter Menge von Sun Microsystems als Solaris und IBM als AIX vermarktet. Auf UNIX basierend sind auch die BSD-Varianten, welche erst durch die Kommerzialisierung von UNIX die ursprünglichen UNIX-Quelltextbestandteile durch freie ersetzen. Auch das bekannte OS/X von Apple basiert durch seine BSD-Quellen bedingt indirekt auf UNIX und fand in den letzten Jahren bemerkenswerte Verbreitung auch in den Wohnzimmern normaler PC-Nutzer. Über die unzähligen Linux-Versionen mit ihren größtenteils unter der GPL frei veröffentlichten Programm-Paketen und deren Einsatz sowohl im Server- als auch im Client-Bereich braucht man wohl nicht viel mehr zu sagen, als GNU. GNU ist die Software, Linux der Kernel, allgemein bezeichnet man die Gesamtheit trotzdem als Linux und nur wenige Distributionen, wie Debian GNU/Linux, verwenden das GNU im Namen. GNU steht dabei als Akronym für GNU is not UNIX, aber es es ist eben ein “Unixoid” und bietet damit mit seiner gigantischen Entwicklergemeinde breit gefächert aktuelle unixartige Software. Fast jeder Anwender mit Grundkenntnissen im PC-Bereich hat schon einmal von Linux gehört und es oftmals auch bewusst irgendwo im Einsatz gesehen. Was viele dabei nicht wissen, ist, dass selbst Menschen, die noch nie von Linux gehört haben oder den Begriff nicht zuordnen können, oft irgendwelche Technik mit minimalem Linux-OS einsetzen. Da wären z.B. aktuelle Blu-rai-/DVD- und andere Video-Technik, Fernseher, manche Handys oder die gute Fritz!Box von AVR zu nennen.

Kurz gesagt: Trotz der Schnelllebigkeit im Bereich der heutigen Technik ist UNIX auch nach 40 Jahren noch lange nicht tot und Dank seiner Derivate ist es allgegenwärtiger, als viele denken. Folgt man der Schreibweise in der Fachliteratur, so wird UNIX (lizensierte UNIX-Varianten) vielleicht nicht mehr sehr alt werden, aber Unix (UNIX und Derivate) wird uns noch lange erhalten bleiben.

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