Sechs-Kern-Opteron von AMD

Seit einigen Wochen kursieren die ersten Angebote für die neue auf den Namen Istanbul hörende Servergeneration von AMD. Den Status fertig bekam der Istanbul, nachdem er schon Mitte Februar funktionstüchtig vorgestellt wurde, bereits Anfang Juni diesen Jahres. Im Gegensatz zu den ersten 6-Kernern von Intel verfügen die Opterons bereits über eine schnelle Anbindung untereinander, um die Kommunikation zwischen den Prozessoren zu beschleunigen. Ausgelegt sind die neuen Opterons auf den Einsatz in Mehrprozessorsystemen mit 2, 4, 6 oder 8 Prozessorsockeln. Angeboten werden Maschinen mit der 6-Kern-Rechenleistung u.a. von HP und Dell. Eine kleine Testkonfiguartion bei Dell ergab heute für einen Blade-Server (ohne das Bladecenter) satte 3.269€ bei 2x Six Core AMD Opteron™ 2427 mit 2.2GHz, 16 GB RAM und einer 146-GB-SAS-Platte. Ein anderes Angebot, welches ich gestern irgendwo in den Weiten des Internets gesehen hatte, lag bei etwas über 11.000€ für einen sehr dick ausgestatteten 4-HE-Server mit 4 Sechs-Core-Opterons. Für den leistungshungrigen Heimanwender werden die ersten erschwinglichen Modelle mit lediglich 1-2 CPUs wohl noch einige Monate auf sich warten lassen.

Vor wenigen Tagen ergänzten auch einige Stromspar-Opterons die Produktpalette von AMD. Der neue Opteron 2419 EE externerLink arbeitet mit 1.8 GHz Core-Takt und 2.0 GHz (statt sonst 2.2 GHz) Takt für den integrierten Speichercontroller. Der 45-nm-Sockel-F-Prozessor verbrät in der AMD-Angabe ACP (Average CPU Power) lediglich 40 Watt, was Pi*Daumen unter maximal möglicher Vollauslastung immer noch weniger als 50 Watt je Prozessor sein dürften. Auch Tests an Komplettsystemen mit vier 55-W-ACP-Opterons ergaben nur 210-220 Watt in Benchmarktests, womit der neue Prozessor unter Vollast im 4er Gespann unter 200W liegen dürfte - eine Größenordnung, die gerade in Rechenzentren mit Bladeservern von großer Bedeutung ist, da bei hoher Packdichte die Abwärme wesentlich schwieriger abzuführen ist, als bei “normalen” Rackmountservern.

Nun, wünschen wir AMD, dass sie den aktuellen Vorteil gegenüber Intel ordentlich ausnutzen können und ausreichend Geld für die baldige Entwicklung leistungsstarker und gleichzeitig sparsamer 6-Kern-Desktop-CPUs übrig bleibt.

2 Reaktionen zu “Sechs-Kern-Opteron von AMD”

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  2. admin

    Den 1-HE-Server HP DL165 R06 mit 2x Opteron 2356 (Six Core 2.2GHz), 2×2GB RAM und 1 SATA- bzw. SAS-Platte bekommt man bereits für unter 1500€ netto, also ca. 1750€ brutto. Als Ersatz für den Heim-PC taugt das gute Stück aber wohl kaum: nicht nur, dass man für daheim so einige der teuren Serverfeatures (z.B. Smart-Array-Controller, ECC-Speicher) nicht unbedingt benötigt, vor allem dürfte der Geräuschpegel von um die 52 dB(A) unter dem Schreibtisch schnell nervtötend wirken. Aber dennoch lässt dies hoffen, dass es nur noch einige Wochen oder höchstens bis Ende des Jahres dauern dürfte, bis die ersten ähnlich leistungsstarken Dual-Six-Core-Opteron-Rechner auch halbwegs bürotauglich (und noch mal einige Hunderter billiger) werden. Billiger müssten sie für diesen Einsatzzweck vor allem auch deshalb werden, weil ein Phenom II X4 mit 3.4GHz bei reiner CPU-Last etwa ähnlich schnell sein dürfte, wie ein einzelner X6 mit 2.2 GHz.
    Im Netz kursieren übrigens auch schon die ersten Screenshots von lauffähigen Opteron-12-Kernern, die erst nächstes Jahr auf den Markt kommen werden.

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