Freien Speicherplatz überschreiben

Um freien Speicherplatz auf einer Festplatte komplett löschen oder besser gesagt überschreiben zu können, kann man verschiedene Tools einsetzen. Wer sich jetzt fragt, wozu man derartiges benötigt, hier eine einfache Antwort: ihr borgt euch zur Datenrettung etc. eine Festplatte aus oder verborgt eine von euch und wollt nicht, dass der andere irgendwelche früheren Daten mit einem Wiederherstellungs-Tool rekonstruieren kann. Selbst wenn die Inhalte oftmals schon durch andere Schreibaktionen größtenteils defekt sind, so kann bei gezielter Suche mit Datenrettungsprogrammen eben doch das ein oder andere Fragment und manchmal auch eine komplette Datei wiederhergestellt werden, da die eigentlichen Daten beim Löschen standardmäßig nicht überschrieben sondern nur die Einträge aus den Dateizuordnungstabellen entfernt werden.

Ein oft empfohlenes kommerzielles Programm zum Überschreiben alter Festplatten-Daten ist der Freespace Shredder von Steganos Security, welcher im Paket Steganos Safe zusammen mit allerlei anderen nützlichen Tools für Sicherheitsbefürftige knappe 30€ kostet - manch einer hat dieses Sicherheits-Paket aber bereits, z.B. als Beigabe beim Kauf eines Komplett-PCs. Alternativ kann man sich aber auch in der OpenSource-Scene umschauen und findet dabei schnell den Eraser externerLink, welcher für allerlei Windows-Systeme und alle damit verwendbaren Dateisysteme nutzbar ist. Das unter der GPL veröffentlichte Tool ist genau darauf spezialisiert, den freien Speicherplatz zu überschreiben und kann dafür auch per sehr gut anpassbaren Schedulern seien Löscharbeiten dezent zu vorgegebenen Zeiten im Hintergrund verrichten.

3 Reaktionen zu “Freien Speicherplatz überschreiben”

  1. admin

    Übrigens funktioniert der Eraser auch bei Windows 7. Bisher ist die neue Windows-Version auf der Eraser-Homepage noch nicht in der Liste der unterstützten Betriebssysteme vertreten. Dort ist nur die Unterstützung für die Windows-Versionen 98, ME, NT, 2000, XP, Vista, Server 2003 und Server 2008 angegeben. Ich habe das Tool in der Version 5.8.7 aber eben gerade erfolgreich auf einer Festplatte in meinem Windows-7-System getestet.

  2. admin

    Da ich gerade über diesen alten Artikel zum sicheren Löschen von Datenträgern gestolpert bin, noch eine Ergänzung. Oft hört man, dass Laufwerke aus Sicherheitsgründen mehrfach überschrieben werden und es gibt auch einige Tools, die eine Option bieten, um die Festplatte oder was auch immer mehrfach zu überschreiben. Das ist aber reine Zeitverschwendung, denn es ist ein Irrglaube, dass man aus überschriebenen Datenbereichen noch Reste rekonstruieren kann. Mag sein, dass dies im Reinraum ansatzweise möglich ist, wenn man das Laufwerk lediglich mit 0×00 (also Hex-0) überschreibt, da man dann aus noch vorhandener Restladung in den Bitbereichen (unzuverlässige) Schlußfolgerungen ziehen könnte. Beim Überschreiben mit Zufallsdaten ist es aber nahezu unmöglich, etwas zu rekonstruieren. Selbst mit aufwendiger Wahrscheinlichkeitslogik dürfte es kaum möglich sein, nach einem einfachen Überschreiben mit Zufallsdaten jemals wieder die vorherigen Daten exakt rekonstruieren zu können. Auf Grund des enormen Aufwands dafür wäre das wohl nur ein von Staatsorganen oder vielleicht auch für Wirtschaftsspionage von finanzstarken Konkurenten bezahlbarer Versuch im Reinlabor, wenn bei den Daten extrem wertvolle/wichtige Dinge dabei sind. Aber wie gesagt: Bereits das einmalige Überschreiben mit Zufallsdaten reicht für den Normalbürger mit seinem Datenbestand völlig aus. Wirklich wertvolle Dinge aus Forschung/Entwicklung kann ein übervorsichtiger Mitbürger auch gerne 2x überschreiben. Alles was noch öfter löscht/überschreibt ist nichts als werbewirksame Augenwischerei - die übrigens auch immer wieder gerne in Hollywood aufgegriffen wird. Selbst in pseudowissenschaftlichen Serien wie CSI oder ähnlichen tauchen manchmal Aussagen zum Thema Festplatte 7x überschrieben auf. Tja, die Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler wissen es eben nicht besser.

  3. Sanem

    Habs grad testweise mit meiner ersten Platte probiert. USB 2.0 500GB, 5200 U/min und dem 3-fach-Algorhythmus und 7-fache Überschreibung - ergibt 60 Tage … Ich habs dann gestoppt und die Überschreibung deaktiviert, dauert immernoch 12 Tage. Das ist nicht sehr prickelnd wenn ich daran denke, was ich alles verschlüsseln wollte, das kann ich jetzt mal getrost knicken. Da gehen die Platten eher drauf, bevor sie fertig verschlüsselt sind.

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