Windows-Partition auf neue Platte kopieren

Eine bestehende Windows-Installation auf eine neue Platte umzukopieren mag für wenig versierte Computer-Anwender zwar kompliziert klingen, ist aber mit denkbar einfach. Zum einen gibt es diverse kommerzielle und freie Tools, mit denen man Images erstellen und auf andere Platten kopieren/spiegeln kann, zum anderen gibt es das freie Betriebssystem Linux. Ein Linux findet sich regelmäßig auf von CD/DVD lauffähigen Heftbeilagen zu Computerzeitschriften oder alternativ kann man sich auch ein Image aus dem Netz laden und selbst brennen. Eine andere Möglichkeit ist, ein bereits installiertes Linux zu verwenden und die zu kopierenden Festplatten an den entsprechenden Rechner anzuschließen. Wie auch immer man es angeht, Vorraussetzung ist, dass die neue Festplatte (genauer gesagt die Zielpartition) mindestens genauso groß ist, wie die zu kopierende Partition/Festplatte. Folgende Schritte sind dann auszuführen:
Man öffnet ein Konsolenfenster z.B. xterm, gnome-terminal oder man geht per Strg+Alt+[1-7] auf die Textmodus-Konsole. Dort angekommen verschafft man sich erstmal einen Überblick über die verfügbaren Festplatten und deren Partitionen mittels
fdisk -l
Dies ist vor allem wichtig, da sich die Reihenfolge bei zusätzlich angesteckten Festplatten auch mal ändern und so aus sdb z.B. sdc werden kann. Hat man die zu kopierende Quell-Partition mit der Windows-Installation drauf geortet und auch die mindestens genauso große Zielpartition gefunden, so genügt sinngemäß folgende Befehlszeile:
dd if=/dev/sda1 of=/dev/sdb1
Hierbei müssen jedoch sda1 an die jeweilige Quelle und sdb1 an das Ziel angepasst werden. Bei Parallel-ATA-HHDs liegen die Laufwerke unter /dev/hd?, wobei das Fragezeichen durch die jeweilige Platte (also z.B. hda oder hdb) ersetzt werden muss. Für Serial-ATA-HHDs liegen die Laufwerke wie in obigem Beispiel unter /dev/sd?. Die Zahl hinter dem hd?/sd? benennt die Partitionsnummer.

Was jetzt? Rechner herunterfahren, Festplatten umstöpseln und das gespiegelte System hochfahren - das war’s.

Hinweise:
Der Kopiervorgang mittels dd kann je nach Partitionsgröße einige Stunden dauern und man bekommt zwischendurch keine Statusanzeige. Mitunter ist es daher sinnvoll, die Windows-Partition z.B. mit einer gpartet-Live-CD vorher zu verkleinern.
Man kann den Kopiervorgang mitunter beschleunigen, wenn man die Größe der zu kopierenden Blöcke als Parameter übergibt, z.B. bs=8k. Als Standard wird 4k verwendet, was für die meisten Platten auch der ideale Wert ist, weshalb der Parameter problemlos weggelassen werden kann.

2 Reaktionen zu “Windows-Partition auf neue Platte kopieren”

  1. antu

    Danke für den Tipp, genau das habe ich gesucht. (dd kopiert gerade) :-)

    > Der Kopiervorgang mittels dd kann je nach Partitionsgröße einige Stunden dauern und
    > man bekommt zwischendurch keine Statusanzeige.
    dd if=/dev/sdXX of=/dev/sdXX & pid=$!

    Den aktuellen Status kannst du dann mit folgendem Befehl abfragen:
    kill -USR1 $pid
    Das sieht dann z.B. so aus:
    1056041+0 Datensätze aus
    540692992 Bytes (541 MB) kopiert, 27,0375 s, 20,0 MB/s

  2. admin

    Danke auch für Deine Ergänzung! Ich hatte zwar schon mal in der man-Page gesehen, dass man sich da irgendwie per kill-Kommando den Status ausgeben lassen kann, habe es aber damals nicht ausprobiert und den Rechner einfach rödeln lassen …

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