Google und die 700MHz-Auktion

Letztes Jahr schaffte es Google durch eine garantierte Auktionsbeteiligung in Höhe von 4.6 Mrd USD für den C-Block des in den USA ausgeschriebenen 700-MHz-Mobilfunkbereiches die zuständige US-Aufsichtsbehörde FCC dazu zu bewegen, dass dieser C-Block vom Gewinner der Auktion auch für Wettbewerber geöffnet werden muss und für freie Dienste zur Verfügung steht. Schon frühzeitig gab es Spekulationen darüber, ob Google hierbei nicht einfach nur mit seiner Finanzkraft pokert. Die US-Aufsichtsbehörde ließ sich jedoch darauf ein, nicht zuletzt auch, um durch den von Google offiziell genannten hohen Betrag mehr Geld in die öffentlichen Kassen zu spülen. Zum anderen konnte Google nur durch dieses Gebot dafür sorgen, dass dieser Teil der Frequenz-Auktion auch wirklich für andere Anbieter geöffnet werden muss. Allerdings ist letzteres nicht abschließend eindeutig geklärt und in wie weit die tatsächliche Umsetzung erfolgen wird, bleibt abzuwarten.

Nach dem Ende der Auktion kurz vor Ostern wurde bereits die Gesamtauktionssumme von 19.59 Mrd USD bekannt, wenige Tage später wurde es dann auch offiziell: Google hat dieses Frequenzband nicht erworben, Verizon überbot Google mit 4.74 Mrd USD. Immerhin ist durch die entsprechende Regelung Verizon dazu verpflichtet, auch zukünftige Android-Telefone zu unterstützen, was aber beim zu erwartenden Markterfolg ohnehin klar sein dürfte. Fraglich bleibt eher, was Verizon noch alles unterstützen muss. Auch viele Google-Aktionäre dürften erfreut aufatmen, schließlich hätte die eventuelle Aufspaltung des Kerngeschäfts weitere Milliarden für den Aufbau des Netzes verschlungen und das war bei vielen Google-Aktionären nicht auf große Gegenliebe gestoßen.

Nur wenig nach Bekanntwerden der Gewinner der 700-MHz-Versteigerung sprachen sich übrigens Unternehmen wie Google, Dell, Microsoft und HP erneut dafür aus, die ab 2009 in den USA frei werdenden Frequenzen aus dem analogen Fernsehen für großflächige Angebote von WLAN-Internetzugängen verfügbar zu machen. Selbiges wäre auch in Deutschland nach dem Abschalten der analogen Fernsehsignale denkbar.

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