Internetstörung - Glasfaserkabel zwischen Europa und Asien defekt

Am 30. Januar wurden vor der ägyptischen Küste zwei der wichtigsten Unterwasserkabel zur Internetverbindung zwischen Europa und Asien beschädigt. Noch immer ist nicht genau geklärt, wodurch die beiden Kabel gerissen sind, vermutet werden vor der Küste ankernde Schiffe, da auch ein Anker gefunden wurde. Nur wenige Tage später fielen weitere Kabel aus: eines vor Dubai und wegen Stromversorgungsproblemen das zwischen Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch wenn da schnell Spekulationen aufkommen mögen, so handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit nur um dumme Zufälle.
Inzwischen sind die Kabel größtenteils repariert, die Geschwindigkeit des Netzes in der Region normalisiert sich langsam wieder.

Interessant ist dabei, wie stark die Beeinträchtigungen des Netzes sich auf die Region ausgewirkt haben. Die Anzahl der Internetverbindungskabel mit sehr großer Bandbreite nach Asien ist sehr klein, über Afrika bzw. drum herum gibt es bisher keine Backbones und Landverbindungen nach Asien sind wegen der dazwishcenliegenden von Krisen geschüttelten Regionen bisher nicht realisierbar. So genügten bereits die ersten beiden Ausfälle, um die Verbindungsgeschwindigkeiten extrem zu beeinträchtigen und teilweise das Internet sogar komplett zum Erliegen zu bringen. In Ägypten waren 70% der Internetuser betroffen, in Indien, Dubai, Katar und Bahrain gab es einen Bandbreitenrückgang um mehr als 50%. Auch weitere Länder wie China und Japan hatten entsprechende Probleme zu bewältigen. Für die nächsten Jahre sind einige zusätzliche Unterseekabel geplant, die derartige Ausfälle somit besser abfedern könnten und dem allgemein wachsenden Bedarf Asiens an der Internetnutzung gerecht werden können. Was aber auch weiterhin fehlen wird, sind Alternativrouten durch andere Regionen.

Eine Reaktion zu “Internetstörung - Glasfaserkabel zwischen Europa und Asien defekt”

  1. admin

    Inzwischen ist bei zwei der beschädigten Kabel die Ursache durch die Auswertung von Satellitenbildern eindeutig geklärt: Schiffe hatten trotz Verbots wegen stürmischer See in dem betreffenden Gebiet geankert und die Kabel der FLAG Telecom Group gekappt. Die beiden Schiffe wurden nach dem Bekanntwerden ihrer Schuld im arabischen Raum festgesetzt. Das erste, ein koreanisches Schiff, durfte nach Zahlung von 60.000 US-$ Entschädigung bereits wiederauslaufen. Das andere Schiff irakischer Herkunft hatte vor Ort einen vom Reperaturteam geborgenen Anker kappen müssen, da sich dieser in den Unterseekabeln verfangen hatte. Die Schadensersatzforderungen gegen den Besitzer des irakischen Schiffes belaufen sich auf stolze 350.000 US-$.

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