Billig-PC von Google mit Linux

Zum Monatsbeginn überraschte der Suchmaschinenriese Google mit einem Produkt, was so wohl keiner wirklich erwartet hatte: Google verkauft neuerdings Komplett-PCs! Für gerade mal 199 US-$ (umgerechnet ca. 136€) kann man in den USA bei Wal-Mart einen Google-PC kaufen. Dieser wurde gemeinsam mit dem PC-Hersteller Everex entwickelt und bietet trotz des niedrigen Preises ein durchaus beachtliches Innenleben, was für die gängigen Büroanwendungen und sicherlich auch das ein oder andere nicht zu anspruchsvolle Spiel ausreichen dürfte. Für anspruchsvolle Grafikverarbeitung dürfte er durch den knappen Speicher etwas schwachbrüstig sein, allerdings kann man diesen auch auf 2 GB erweitern und damit soll dann auch Gimp hervorragend laufen. Als Betriebssystem wird bei diesem Rechner ein von Google geringfügig angepaßtes Ubuntu (ein Debian GNU/Linux-Derivat) eingesetzt, welches auf den Namen gOS (Google-OS) getauft wurde. Bei der Ubuntu-Anpassung handelt es sich vorrangig um die Ergänzung diverser Google-Tools in die Oberfläche.

CPU: VIA C7-D 1.5 GHz (128KB L2-Cache)
Grafik/Chipsatz: VIA UniChrome Pro IGP / VIA CN700 Digital Media Chipset
Netzwerk: 10/100 Mbps Ethernet
RAM: 512MB (DDR2-400/533, 1 Sockel frei, max. 2GB)
Festplatte: 80GB ATA-133
CD/DVD: Combo-Laufwerk mit 48x CD-RW und 16x DVD-ROM
Betriebssystem: gOS (Ubuntu-/Debian-Derivat)
Sonstiges: Tastatur, optomechanische Maus (mit Ball), Lautsprecher

Das Mini-Tower-Gehäuse bietet außerdem Platz für ein paar zusätzliche Laufwerke. Wie zu erwarten, ist ein OpenOffice 2.2 vorinstalliert und wie schon erwähnt wurden Shortcuts zu diversen Google Applications auf dem Desktop hinterlegt. Weiterhin sind als Browser der Firefox und als Messanger-/VoIP-Software Skype vorinstalliert. Wal-Mart bewirbt den Google-PC als mit Fax/Modem ausgestattet. Dabei handelt es sich allerdings nur um eine Softwareemulation, die (bisher?) nicht wirklich läuft. Für manch einen dürfte auch die Tatsache, dass der Google-PC ein ITX-Mainboard enthält, sehr interessant sein. Somit läßt sich dieses auch einfach in entsprechende andere Gehäuse einbauen oder als eine Art Boradcomputer ins Auto integrieren. Bemerkenswert ist auch der Prozessor. Dabei hat Google offensichtlich mal wieder die grüne Ader rausgucken lassen. Der VIA C7-D 1.5 GHz verbraucht nur max. 20W und bietet dennoch zahlreiche wichtige Funktionen wie z.B. die SSE2/3-Unterstützung. Außerdem investiert VIA trotz der sehr niedrigen durch den Betrieb und dessen Stromverbrauch erzeugten CO²-Belastung in erneuerbare Energien und Projekte zur Neuaufforstung von Wäldern. Der verwendete VIA-Chipsatz VIA CN700 Digital Media Chipset bietet zahlreiche integrierte Funktionen, wie z.B. hardwarebasierte Sicherheitsroutinen (Verschlüsselung, Hashwerterzeugung) und einen MPEG-2-Hardwarebeschleuniger.

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