Windows Vista SP1 Beta

Seit einiger Zeit kursieren im Internet diverse Anleitungen, wie man noch vor der Veröffentlichung des ServicePack 1 für Vista (Build 6000) an eine Vorabversion dieses SP1 (Build 6001) herankommen kann. Da es sich dabei um eine Betaversion handelt, ist diese SP1beta auch entsprechend einzusetzen: mit Bedacht und auf keinen Fall auf wichtigen Systemen. Wer wichtige Daten in seinem Windows-System drin hat, sollte diese auf jeden Fall auf einem externen Datenträger sichern. Auch wenn ich bisher aus verschiedenen Quellen fast nur positive Erfahrungen (schneller und stabiler) vom Ergebnis gehört habe, so ist es dennoch mit viel Vorsicht zu genießen. Es gibt in verschiedenen Newsgroups/Foren vereinzelt Berichte von Leuten, die das SP1 nicht korrekt installieren konnten und danach Probleme mit anderen Updates hatten, in ganz seltenen Fällen ließ sich Vista anschließend gar nicht mehr starten. Probleme soll es (teilweise?) auch bei Vista mit den Aktivierungen per OEM-Bios-Emulation geben, die häufig auch für illegale Aktivierungen genutzt werden. Ob die legalen Versionen dieser Vista-Aktivierungsvarianten funktionieren: keine Ahnung, Kommentare wären hilfreich. Das würde PCs von großen Herstellern wie Dell etc. mit vorinstalliertem Windows Vista betreffen. Außerdem sei erwähnt, dass sich auch ein korrekt aktiviertes Windows Vista nach der SP1-Installation als Evaluierungsversion mit Restlaufzeit bis zum 08. April 2008 um 01:59 Uhr meldet. Das dann wirklich neu installiert werden muss, ist aber sehr unwahrscheinlich, weil sich Windows trotzdem als aktiviert zu erkennen gibt. Man kann also mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass diese Anzeige ohne echte Bedeutung ist und nur aus beim Update entsprechend geänderten Registryeinträgen resultiert, die nach dem offiziellen Erscheinen des SP1 (bzw. der Deinstallation der SP1-Beta) verschwinden. Alternativ kann man die Meldung auch abschalten, doch dazu später mehr.

Einfach als Download herunterladen kann man sich die SP1-Beta nicht und der Kreis der offiziellen Betatester ist begrenzt. Aber eine kleine Änderung in der Registry sorgt dafür, dass man sich gegenüber Microsoft Update als SP1-Betatester identifiziert. Hierzu müssen zwei neue Registryeinträge erstellt werden. Schneller geht es, wann man sich die Datei sp1beta_hack.cmd herunterlädt und anschließend als (Rechtsklick “Ausführen als”) Administrator ausführt. Danach beginnt die Prozedur, die jeder Windows-Anwender kennt und liebt: diverse Updates ziehen und jedes mal den Rechner neu starten … Nach dem Einfügen der beiden Registry-Keys muss man sich also mehrmals mit Windows Update verbinden und nach und nach die Updates KB935509, KB937287 und KB938371 installieren. Das erste ist ein Performance-Update, die anderen beiden sind Hotfixe für Windows-Update. Nach dem nächsten Neustart erhält man nach mehrmaligen Anfragen an Windows-Update die SP1-Beta angeboten. Nicht wundern, wenn Herunterfahren/Neustarten wärend dieser Prozedur länger dauert als sonst - nach dem Update sind diese Vorgänge sowie diverse Kopieraktionen (vor allem über’s Netzwerk) um einiges flinker, als vorher.

Die Installation selbst dauert je nach Rechner und Geschwindigkeit, mit der man die Updates von Microsoft ziehen kann, wohl mind. 2h, die bei meinem Test notwendigen 3-4h dürften eher die Regel sein. Vor allem das SP1 selbst braucht recht lange für Download+Installation, da es mind. 51MB (MS-Update-Anzeige: 51 MByte bis 679,6 MByte) groß ist. Immerhin hat man anschließend ein Windows Vista SP1 Build 6001 (Test mit dem Befehl winver), was etwas flotter ist - wer es noch schneller haben will, muss zurück zu W2k oder WinXP ;)

Abschließend möchte man natürlich noch das Evaluierungsversions-Wasserzeichen los werden. Für englischsprachige Vista-Versionen kann man dazu eine angepaßte %SystemRoot%\System32\de-DE\user32.dll.mui aus den unten aufgeführten Quellen verwenden, beim deutschen Windows Vista geht das aber nicht (Vista läuft nach dem Einspielen der engl. Datei nicht mehr!). Für die selbe Vorgehensweise müßte man mit Hilfe des frei erhältlichen Tools ResourceHacker die Datei user32.dll.mui anpassen. Da in Deutschland die Rechtslage beim Verlinken solcher Tools inzwischen bedenklich ist und das komplette Anbieten veränderter Windows-Dateien erst recht nicht zulässig ist, kann ich dies auch nicht anbieten. Aber eine paar Tipps kann ich geben: mit dem Tool eine Sicherheitskopie der user32.dll.mui öffnen, dort unter StringTable die Bereiche 45 und 46 öffnen und die entsprechenden Strings anpassen, speichern und damit das Original überschreiben. Theoretisch müßte auch ein alter Trick funktionieren, der schon bei Windows 2000 und XP Versionsmeldungen abschaltete:

Hierzu geht man in die Registry (Start -> Ausführen -> regedit) und sucht dort nach dem Schlüssel PaintDesktopVersion, welcher sich an mehreren Stellen in der Registrierung findet (z.B. unterhalb von [HKEY_CURRENT_USER\Control Panel\Desktop]). Diesen Key ändert man überall auf

PaintDesktopVersion=dword:00000000

und schon ist die Meldung vom Desktop verschwunden - theoretisch zumindest, das klappt nämlich auch nicht immer.

Die ursprünglichen Quellen: neros-club.com externerLink und dailyapps.net externerLink sind beide englischsprachig.

2 Reaktionen zu “Windows Vista SP1 Beta”

  1. admin

    Wenn man im Internet kursierenden Gerüchten Glauben schenkt, die sich auf interne Microsoftquellen berufen, so dürfte schon in wenigen Tagen der erste Release Candidate (RC1) des SP1 für Windows Vista für die breite Masse verfügbar sein. Die endgültige Version wird aber wohl erst irgendwann im 1. Quartal des nächsten Jahres an alle Vista-PCs automatisch verteilt. Vor allem Firmenkunden stehen Vista momentan noch sehr skeptisch gegenüber: zu viele Probleme, zu hohe Hardwareanforderungen und das Wissen, dass Windows XP für kommerzielle Zwecke vollkommen ausreichend ist, sorgen dafür, dass zahlreiche Unternehmen sogar bei Neu-PCs ein Downgrade auf XP durchführen. Ziel des SP1 sind neben einem deutlichen Performanceschub vor allem auch eine verbesserte Stabilität und höhere Sicherheit. Ob diese Ziele wirklich erreicht werden und das Service-Pack so manchen bisher abgeneigten Anwender zufriedenstellen kann, bleibt abzuwarten. Allein beim Begutachten der November-Zugriffsdaten eines meiner größeren Blogs werden nur ca. 8% der als Windows-PCs erkannten Rechner (knapp 250000 Win-Zugriffe) dem neuen Vista (bzw. Longhorn) zugerechnet - und das nachdem das neue Betriebssystem bereits seit knapp einem Jahr erhältlich ist.

  2. admin

    Inzwischen gibt es das SP1 für Windows Vista in der öffentlichen Fassung für alle Vista-Sprachversionen.

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