Das Mini-Notebook Asustek Eee PC

Kleine Laptops zum schmalen Preis

Asus Eee PC, ein billiges Mini-NotebookMitte Oktober 2007 begann der Verkauf des Mini-Notebooks in Taiwan für umgerechnet etwa 172 bis 300 Euro, ja nach Ausstattung. Der Mini-PC, der eigentlich eher mit einem großen Handheld als einem Notebook vergleichbar ist, wird von Asus in Taiwan im Zuge einer zur OLPC-Offensive (One Laptop Per Child konkurrierenden Entwicklung verkauft. Wurde noch vor 2 Jahren bei der Ankündigung der OLPC jedem Kind einen Computer für 100 Dollar zur Verfügung stellen zu wollen ungläubig belächelt, so sprangen doch sehr schnell viele der großen Hardwarehersteller auf den Zug auf, um an diesem riesigen Markt mitverdienen zu können. Zwar sind die Handelsspannen sehr gering, aber die Masse der in den Zielländern meist staatlich finanzierten Kleinst-Laptops kompensiert diesen Effekt. Auch Intel bietet bereits seit dem Frühjahr 2007 in einigen Ländern (anfänglich vorrangig Südamerika) einen allerdings mit 300 Euro deutlich teureren “Schüler-PC” an, der unter dem Namen Classmate PC direkt mit dem XO-Laptop von OLPC konkuriert. Seit dem Sommer arbeiten OLPC und Intel allerdings zusammen. Von den wichtigen technischen Leistungsmerkmalen her, also Displayauflösung, Prozessor, Speicher etc., ähneln sich alle drei Geräte sehr stark - auch darin, dass so einige vom Laptop als problemlos gewohnte Arbeiten durch die kleinen Auflösungen und die minimierte Hardwareaustattung geradezu unmöglich sind. Hinzu kommt, dass die bei Asus produzierten Intel-Mini-Notebooks der Marke Classmate PC eine eingebaute Abschaltfunktion besitzen, mit der das Notebook abgeschaltet wird, sobald es längere Zeit keinen Kontakt zum Schul-WLAN hatte. Das noch nicht in großen Stückzahlen produzierte Intel-Gerät soll ebenso wie der noch nicht fertige XO der OLPC-Organisation nur an entsprechende Institutionen (also z.B. Regierungen) verkauft werden und die von Intel integrierte und auf den ersten Blick lästig wirkende Funktion dient der Verminderung der Gefahr der Zweckentfremdung und des Schwarzmarkthandels.

Verkaufsstart Asus Eee PC

Doch kommen wir zurück zum Asustek Eee PC. Dieses Gerät liegt mit seiner technisch ähnlichen Ausstattung preislich zwischen den anderen beiden Kandidaten und soll auch an normale Endverbraucher verkauft werden. Zwar war der Verkaufsstart dem Firmensitz von Asus entsprechend in Asien, aber seit kurzem (also nur 2 Wochen später) gibt es das Gerät auch auf dem amerikanischen Markt. Auch der deutsche Markt ist bald dran. In wenigen Tagen, am 6. November, soll die Fachpresse über weitere Termine und die genaue Ausstattung der für Deutschland vorgesehenen Varianten informiert werden. Geplant ist der Verkaufsstart hierzulande bereits für Ende diesen Monats, man kann die Geräte aber auch jetzt schon zu überhöhten Preisen und ohne deutsche Tastaturbelegung per eBay beziehen - ein paar Tage warten wäre da sicherlich empfehlenswerter.

Hardwareausstattung des Asustek Eee PC Model 700/701

Es gibt verschiedene Versionen mit den Modell-Bezeichnungen 700 2G surf, 701 4G surf, 701 4G und 701 8G - Preis und Ausstattung in aufsteigender Reihenfolge.

CPU: Intel Mobile Celeron 900 (ULV353, ohne L2-Cache)
Display: 7″-TFT-LCD mit LED-Hintergrundbeleuchtung, 800×480 Pixel
Grafik/Chipsatz: Intel GMA 900, Intel 915 GM
Netzwerk: 10/100 Mbps Ethernet und WLAN 802.11b/g
RAM: 256MB bzw. 512MB (DDR2-400)
Speicher: 2GB, 4GB bzw. 8GB Flash-Speicher
Ports: 3x USB 2.0, VGA, Audio, MMC/MS/SD-Card, 1x PCI Express Mini Card
Akku (Laufzeit): 4400mAh (2h45min) bzw. 5200mAh (3h30min)
Sonstiges: Mikrofon, Modelle 4G/8G zusätzlich mit 0.3M-Pixel-Kamera und 56k-Modem
Größe/Gewicht: 225×165x35mm, 920g

Geplant ist außerdem eine Version mit 10″-Display und der Modellnummer 1001, evtl. auch Zwischengrößen um die 9″ herum. Wahrscheinlich werden entsprechende Modelle nächstes Jahr auf den Markt kommen, für 2008 sind auch andere Strompaarprozessoren geplant, vielleicht gibt es dann sogar lüfterlose Geräte.

Da die Geräte über keine Festplatte verfügen, muss das Betriebssystem in den Flashspeicher installiert werden. Ein Linux mit zahlreichen wichtigen Programmen für Schule, Office etc. auf unter 1GB zu bringen, ist ein Kinderspiel und obendrein auch noch für die meisten Anwendungen performant genug. Da Linux als OpenSource außerdem kostenlos ist und Ziel dieser Mini-Notebooks ein möglichst niedriger Preis ist, werden die Geräte standardmäßig mit vorinstalliertem Linux ausgeliefert. Die von Microsoft in den letzten Monaten unter Hochdruck zusammengeschrumpften Varianten von Windows XP und Windows Vista werden aber wohl mindestens 1.5 GB veranschlagen und die Geräte deutlich verteuern. Da noch nicht bekannt ist, mit welchem Windows die Eee PCs erhältlich sein werden, wäre natürlich auch ein Windows Mobile theoretisch möglich.

Fazit

Die Welt braucht Mini-Notebooks aus Massenproduktion, denn nur so bekommt man wirklich derart niedrige Preise hin, wie sie für eine wirklich große Verbreitung notwendig sind. Desto mehr Geräte es von einem bestimmten Typ gibt, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, direkt auf diese Geräte optimierte Software zu erhalten und Optimierungen des Ressourcenbedarfs können in dem Fall sehr viel bringen. Verwunderlich finde ich nur, dass man im Zusammenhang mit diesen Mini-Notebooks nichts von den alten technischen Vorreitern Casio (Cassiopeia) und Sharp (Zaurus) hört, denn von den beiden Herstellern gab es schon vor Jahren sehr kleine Handhelds mit Tastatur.

3 Reaktionen zu “Das Mini-Notebook Asustek Eee PC”

  1. admin

    Die Produktionszahlen für die Mini-Notebooks glänzen: wie Anfang des Monats bekannt wurde, hat Peru mit einer Bestellung von 260.000 XO-Laptops (One Laptop per Child) die Gesamtbestellmenge dieses Modells auf 600.000 Stück angehoben. Wenn man bedenkt, dass es das Gerät erst seit relativ kurzer Zeit gibt und sich viele Regierungen armer Länder noch nicht dazu durchgerungen haben, ist das mehr als beachtlich.

  2. Thorsten Meiners

    Zu Weihnachten habe ich meinem 12-jährigen Sohn einen solchen 300-Euro-Minilaptop geschenkt und die Kinderaugen glänzen immer noch jedes mal, wenn er den kleinen Asus Eee PC einschaltet. Auch das für manche eventuell abschreckende Linux-System ist für ihn kein Problem und so kann er gleich noch etwas mehr für die Zukunft lernen. Man bekommt heutzutage zwar bereits für 500-600 Euro sehr gut ausgestattete “richtige” Laptops, die sind dafür aber auch nicht so handlich und eignen sich für Spiele, die ich bei meinem Sohn gerne noch ein paar Jahre vermeiden möchte - auch das ist ein indirekter Vorteil des Asus-Gerätes: viel mehr als einfache Jump&Run-Games oder Kartenspiele laufen darauf nicht.

    PS: Gute Produktbeschreibung!

  3. admin

    Die ersten (unbestätigten) Bilder der zukünftigen Desktop-Versionen des Asus Eee geistern neuerdings durchs Internet. Auch dieser wird durch minimale Abmaße glänzen. Allerdings stellt sich da die Frage, ob man nicht lieber doch ein paar Kubikzentimeter mehr für eine standardkonformere und leichter erweiterbare Lösung spendieren möchte. Über die technischen Spezifikationen der Desktop-Variante ist allerdings noch nichts bekannt. Da heißt es abwarten …

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