Second Life, der Stromverbrauch und die Umwelt

Es dürfte wohl von niemandem als neue Entdeckung betrachtet werden, dass Computer Strom verbrauchen und somit durch die verbrauchte Energie auch einen gewissen Beitrag zur Umweltverschmutzung und zur globalen Erwärmung leisten. Auf CHIP Online externerLink wurde vor ein paar Tagen berichtet, dass die Fachhochschule Eberswalde berechnete, dass pro User (in Second Life Avatar genannt) innerhalb von 40h ganze 10kg CO2 freigesetzt werden. Diese Menge wurde aus den Anteilen der User am Serververbrauch und durch den eigenen PC errechnet. Insgesamt ist das für ein vituelles Spiel recht beachtlich, allerdings dürften die meisten Privatrechner auch ohne Second Life ähnlich viel online sein. Immerhin kann man durch ein SL-Angebot der FH Eberswalde seinen guten Willen zum Umweltschutz zeigen. Für 350 Lindendollar (die virtuelle Secon-Life-Währung), also umgerechnet ca. 1 Euro, kann man sich an der Aufforstung des Waldes in Madagaskar, Equador und im Kongo über die Organisation PrimaKlima-weltweit-e.V. beteiligen. Für diese 350 Linden-Dollar ist es dort möglich, einen Baum zu pflanzen. Allerdings kann ein Baum innerhalb von einem Jahr auch nur so viel CO2 binden, wie in den zu Beginn erwähnten 40h verbraucht werden. Wer guten Gewissens sein möchte, sollte also reichlich Linden-Dollar an die SL-Klimainitiative Realeaf spenden, welche auch vom 3D-Spezialisten FORCE SUNRISE unterstützt wird.

Immerhin ist somit auch eine Fachhochschule aus dem Barnim in Second Life vertreten, eben um zu informieren und Spenden empfangen zu können. Na wenigstens etwas, wo der Hype rund um Second Life zumindest für die Werbewirtschaft scheinbar langsam abflaut. Immerhin 7 Mio Avatare von überall aus der Welt existieren bisher, aber nur ein Bruchteil davon ist regelmäßig in der virtuellen Scheinwelt anzutreffen. Nachdem im Jahr 2006 relativ häufig über Second Life berichtet wurde und auch zahlreiche große Konzerne dort zu Werbezwecken (Wiedererkennung) virtuelle Filialen etc. eröffneten, beruhigte sich dieser Ansturm wieder, da unterschiedliche Analysen nicht den erwarteten Werbeeffekt feststellen konnten und sich für viele Unternehmen wohl nicht einmal eine Refinanzierung der Maßnahmen ergeben würde.

Die Fachhochschule Eberswalde bietet als kleinste Hochschule im Bundesland Brandenburg Studiengänge in den Fachbereichen Forstwirtschaft, Landschaftsnutzung und Naturschutz, Holztechnik sowie Wirtschaft. Als Forschungsschwerpunkte werden u.a. alles rund um Holz und andere nachwachsende Rohstoffe, deren Verarbeitung, Schutz usw. angegeben. Auch GIS als Grundlage für großflächige Planungen gehört zu den Spezialgebieten der Eberswalder, neben Tourismusentwicklung und z.B. auch dem Ökolandbau.

Einen Kommentar schreiben