Größen- und Geschwindigkeitsrausch 2007

Auch dieses Jahr geht es weiter zu neuen Größenordnungen, die uns noch vor 10 Jahren als utopische Science Fiction erschienen. Bereits seit einigen Jahren wird überlegt, ob und wie sich die Rechenleistung von Grafikkarten effektiv nutzen läßt - seit Ende 2006 gibt es erste Applikationen, die die in einigen Beeichen im Vergleich zu normalen PC-CPUs bedeutend schnelleren ATI-Grafikchips effektiv nutzen können. Dieses Jahr werden zahleiche weitere Entwicklungen auf den Markt kommen. Verschiedene Hersteller bieten inzwischen für teilweise unter 2000 Euro frei programmierbare FPGA-Coprozessor-Karten an, die natürlichnur mit entsprechendem Know-How angepaßt werden können. Für einige Anwendungsbereiche (z.B. Matlab) gibt es bereits fertige Lösungen, die natürlich entsprechend teurer sind. Auch wenn diese speziellen Erweiterungskarten für Normalanwender oder Ein-Mann-Unternehmen kaum erschwinglich bzw. lohnenswert sind, so läuteten gerade die Cell-Chips der Playstation 3 schon letztes Jahr ein neues Zeitalter der Datenverarbeitung ein. Da in riesigen Stückzahlen produziert, können diese enorm leistungsfähigen Prozessoren günstig hergestellt werden und bieten schon heute für entsprechend angepaßte Software unglaubliche Geschwindigkeiten. Umgerechnet in USD/GFlop ist die Cell-CPU aktuell der absolute Topfavorit und eines dürfte klar sein - dieser Trend wird nicht stehen bleiben und mit großer Wahrscheinlichkeit werden schon bald preiswerte Erweiterungskarten mit Physik-CPUs oder rechenstarken Grafikchips nicht nur in Rechnern von powerhungrigen Spielern stecken.
Eine weitere Superlative kündigte Fujitsu an: im Labor gelangen erste Versuche, die Datenmenge auf einer Festplatte mittels einer neuen Technologie namens “Patterned Media” auf über 400 GBit pro Quadratzoll (7,75GB/cm²) zu bringen. Auch im Netzwerkbereich können neue Geschwindigkeitsschübe verzeichnet werden. Schon im März werden die ersten 10GE-Karten mit 10 Gigabit/s über Twisted-Pair-Kabel(!), also 10GBase-T erhältlich sein. Die Einführungspreise werden sich um die 1000 Euro bewegen, vorerst sind derartige Karten also nur für den Highend-Serverbereich interessant. Die Schnittstelle der ersten angekündigten Karten verfügt dank PCIe8x über 2GB/s Übertragungsrate, also etwas mehr, als für 10Gbit notwendig sind. Auch beim WLAN geht es mit großen Schritten voran. Erste Karten im Entwurfsstadium von 802.11n sind bereits seit einigere Zeit erhältlich, allerdings kommen die Übertragungsraten noch lange nicht an das geplante Ziel 300Mbit/s heran. Dies dürfte sich noch dieses Jahr ändern, allerdings vorerst weiterhin als Draft-N-WLAN, also im Entwurfsstatus. Auf die Absegnung des endgültigen Standards kann man vorraussichtlich erst im 2. Quartal 2008 hoffen.

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