Handy und PDA in einem Gerät

Spätestens seit dem Jahr 2006 hört man immer häufiger, dass reine PDAs vom Aussterben bedroht sind - schließlich gibt es schon seit längerem die auch als Smartphone bezeichneten Lösungen, die Handy und PDA in einem Gerät vereinen. Der Hintergrund ist leicht nachvollziehbar, schließlich können die heute in Handies genutzten Microprozessoren weit mehr leisten, als in den meisten Fällen wirklich genutzt wird und der technische Fortschritt geht weiter. Niemand möchte ständig für alle möglichen Zwecke einzelne unterschiedliche Geräte mit sich führen - Integration ist gefragt. So gibt es heute kaum noch Handies ohne integrierten mp3-Player oder Digitalkamera. Letztere ersetzt zwar (bisher) mangels Platz für eine vernünftige Optik etc. kein hochwertiges eigenständiges Gerät, reicht aber doch für schnelle Schnappschüsse unterwegs oft völlig aus. Mittels Speicherkarten und dem teilweise auch so schon recht umfangreichen integrierten Speicher lassen sich umfangreiche Betriebssysteme wie Windows Mobile, Symbian oder Linux problemlos auf vielen heutigen Handies nutzen und auch durch weitere Software erweitern.

Als vor einigen Jahren Handy-Displays mit Auflösungen von 320×240 Pixeln in großem Stil am Markt eingeführt wurden, war der Nachfolger des PDA (Personal Digital Assistent) unverkennbar. Mittels dieser im Vergleich zu früheren Handy-Displays relativ großen Auflösung können problemlos eMails gelesen werden, kleinere Texte betrachtet oder auch verändert werden, selbst Tabellenkalkulationen lassen sich bedingt nutzen. Auch speziell angepaßte Websites bzw. Seiten mit genügsamen Anforderungen an die Bildschirmbreite sind halbwegs vernünftig nutzbar. Schwierig wird es allerdings bei Webseiten, die bestimmte Bildschirmbreiten als Mindestvorraussetzung haben. Meist wird eine Anpassung/Optimierung auf eine Breite von mindestens 800 Pixel vorgenommen, was man z.B. in vielen Blogs vorfindet. Aber auch in zahlreichen großen Portalen, die mit teilweise 4-5 einzelnen Spalten für Navigation, Texte und Werbung oft sogar bei 1024 Pixeln eigentlich unzumutbar sind, sind ältere Bildschirme mit kleinen Auflösungen oder eben die Displays der mobilen Geräte etwas unproduktiv. Vor allem für effektives Texteschreiben oder gar Programmiernen ist die Auflösung schlichtweg zu klein - viel mehr als Terminplanung und ein wenig Kleinkram drum herum macht bei 320×240 Pixeln kaum Spaß.

Wichtig zum zügigen Arbeiten mit einem solchen Smartphone sind natürlich auch eine möglichst umfangreiche Tastatur (oft aufklappbar oder aufschiebbar), so dass man nicht umständlich mit dem Stift auf dem Touchdisplay herumtippen muss. Außerdem verringert eine ins Display integrierte Tastatur zusätzlich die ohnehin recht kleine nutzbare Anzeigefläche. Eine weitere wichtige Technik, die man heute bereits in vielen Handy-PDAs findet, ist WLAN. Mittels möglichst hochauflösendem Display, eigenständiger Tastatur und WLAN läßt sich ein Smartphone bereits als kleiner Laptop-Ersatz nutzen und genau dorthin wird ein Teilbereich der Entwicklung in den nächsten Jahren gehen.

Es ist zwar extrem unwahrscheinlich, dass Handy-PDAs die Laptops komplett verdrängen können, da sie auf Grund von Größe und z.Z. auch noch Gewicht einfach nicht den nötigen Funktionsumfang für stundenlanges bequemes Arbeiten bieten können, aber dennoch kann ein gut ausgestattetes Smartphone z.B. in der Bahn einen notdürftigen Arbeitsplatz bieten. Auf diesem Hintergrund betrachtet ist es allerdings schwer nachvollziehbar, weshalb sich bisher Handy-PDAs mit Auflösungen von mehr als 320×240 Pixeln kaum durchsetzen konnten und meist nur schwer erhältlich sind - sündhaft teuer sind diese obendrein natürlich auch noch.

Eine Reaktion zu “Handy und PDA in einem Gerät”

  1. admin

    Das älteste mir bekannte Multifunktionsgerät, welches Handy und PDA vereint und eine 640×480-Pixel-Auflösung bietet, ist der im Herbst 2001(!) vorgestellte Geode Origami Mobile Communicator, über den heise umfangreich berichtete. Das einzige, was dem Prototyp damals noch fehlte, ist die WLAN-Unterstützung.

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