Inkompatibilitäten mit Windows Vista

Microsoft hat einiges bewegt, um der neuen Windows-Generation am Markt schneller zu größeren Marktanteilen zu verhelfen. Logisch, mit älteren Programmen und Windows-Versionen läßt sich nicht mehr so viel Geld verdienen. Bei kommerziellen Anbietern, die bereits einen großen Teil des Marktes an sich gebunden haben und verhältnismäßig wenig Neukunden gewinnen können, muss schon allein zur Selbsterhaltung des öfteren mal mit neuen Programmversionen nachgeholfen werden.
Eines der größten Probleme für Microsoft ist hierbei, dass gerade Firmen noch eine sehr beachtliche Menge von Windows-2000-Rechnern einsetzen. Das inzwischen 6 Jahre alte Betriebssystem ist stabil, schlank und selbst auf älterer Hardware noch sehr zügig. Auch die Administration ist in einigen Punkten einfacher, als bei aktuelleren Versionen. Hinzu kommen die beachtlichen Lizenzkosten, die gerade bei Firmen schnell sehr hohe Summen für eine Migration zu einer neueren Windows-Variante verschlingen können. Dies sind Gründe dafür, weshalb letztes Jahr noch gut 48% aller Unternehmens-PCs mit Windows 2000 ausgestattet gewesen sein sollen und sich dies bis heute kaum geändert hat.

Aktuelle Software läuft nicht unter Windows 2000

Bereits seit einiger Zeit bringt Microsoft daher Software heraus, die ältere Versionen nicht mehr unterstützt, wohl aber die aktuellen. Ein prominentes Beispiel ist das Anti-Spyware-Tool Windows Defender, welches unter Windows 2000 nur mit Hilfe zusätzlicher Anpassungen oder Tools läuft - eine reine Einstellungssache, jedoch keine echte Inkompatibilität. Auch das neue Office 2007 und die Software für den Zune-Player sollen auf Windows 2000 nicht mehr laufen. Nach diversen Erfahrungsberichten im Netz zu urteilen, ist Microsoft Office 2007 für erfahrene Anwender aber ohnehin sehr verwirrend und viele werden sich bei einer älteren Variante oder einem OpenOffice wohler fühlen. Auch auf den Zune-Player kann wohl jeder gut verzichten, der auch dem überteuerten IPod widerstehen konnte. Man bekommt inzwischen - zugegeben weniger schicke und klangtechnisch wahrscheinlich unterlegene - mp3-Player mit 1GB-Speicherkarte (also problemlos wechselbar) für ca. 30 Euro und der riesige Vorteil des bequemen Datentransfers per normalem USB-Kabel ODER über einen Speicherkartenslot kann von den teuren Lösungen von Apple und Microsoft in meinen Augen nicht ausgeglichen werden. Es ist einfach nicht erklärbar, weshalb man so viel Geld in schlechteren (da durch notwendige Zusatzsoftware komplizierteren) Komfort investieren soll, zumal heute auch fast jedes Handy bereits über einen integrierten mp3-Player und einen Kartenslot verfügt.
Ein weiteres Problem ist die für nächstes Jahr angesetzte Änderung beim Zeitraum für Sommer- und Winterzeit, welches nicht über ein Patch in Windows 2000 gelöst wird und somit einigen Unternehmen mit zeitkritischen Anwendungen Kopfschmerzen bereitet. Immerhin gibt es inzwischen im Microsoft Windows Resource Kit ein Tool namens tzedit.exe, welches zur manuellen Umstellung der Zeiten genutzt werden kann.
Es gibt aber inzwischen auch das ein oder andere Anwendungsprogramm und Spiel anderer Hersteller, welches sich unter Windows 2000 nicht mehr so wohl fühlt - einzige nachvollziehbare Gründe für mich sind hierbei eine Art einfacher Kopierschutz oder eine Einsparung bei der Softwareentwicklung in Bezug auf Kompatibilität und Nutzung älterer Standards.

Ältere Software läuft nicht unter Windows Vista

Microsoft hat in Vista zahlreiche Dinge integriert, die eindeutig zu Lasten der Benutzerfreundlichkeit und der Userrechte führen. So wird der Anwender vor allem durch das integrierte DRM (Digital Rights Mangament) in seinen Rechten beschnitten und viele Anwender werden dies aus Unkenntnis oder mangels für sie brauchbarer Alternativen stillschweigend hinnehmen. Damit einhergehend funktionieren aber auch viele der älteren (und teilweise mangels Updates heute noch aktuellen) Programme nicht mehr. Dies betrifft vorrangig Programme, die zur Datensicherung (z.B. Brennerprogramme) oder dem Abspielen von Musik oder Videos gedacht sind. Viele dieser Programme wird es mit Sicherheit in neuen Versionen geben, die jedoch bei kommerziellen Lösungen zusätzliche Kosten verursachen.

Fazit

Da Vista außerdem sehr hohe Anforderungen an die Hardware stellt, kommt für die viele Anwender ein Update überhaupt nicht in Frage. Sinnvoll ist dieses eigentlich nur dann, wenn man die neuen Funktionen wie z.B. den (zur Arbeit eher unpraktischen) 3D-Desktop nutzen möchte und man sich ohnehin einen neuen Komplett-PC mit Betriebssystem kauft. Dann sind oft auch die notwendigen Lizenzen für unter Vista laufende Brennerprogramme, mp3-Player usw. dabei.

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Microsoft Windows Vista - Preise, Anforderungen, Probleme und Prognosen

2 Reaktionen zu “Inkompatibilitäten mit Windows Vista”

  1. admin

    Das Nachrichtenmagazin derStandard.at berichtete übrigens in einem Artikel vom 07.12.2006 folgendes:
    Analysten prognostizieren deshalb mit dem Start von Vista das Ende der langen alten Windows Ära. Und auch Microsoft hat angekündigt neue Wege einzuschlagen und betont Vista wäre das letzte Windows seiner Art.
    Quelle: http://derstandard.at/?url=/?id=2685176

    Sicher, Microsoft Windows ist vom Prinzip her nicht schlecht - aber damit läßt sich halt nicht mehr so viel Geld verdienen, wie noch vor 5 Jahren, Microsoft bleibt nur die Flucht nach vorn. Auch dies kann man in einen gewissen Zusammenhang mit der Kooperation zwischen Microsoft und Novell bringen.

  2. admin

    Das DRM beinhaltet über die Kompatibilitätsprobleme hinaus sogar echte Gefahren, wie am 28.12. bei golem im Artikel Wissenschaftler warnt vor Windows Vista zu lesen war. In diesem werden Resultate einiger bekannter Probleme noch durch weitere Feinheiten ergänzt und der Schluss gezogen, dass Microsoft mit Vista seine Monopolstellung ausweiten könnte und somit auch verstärkten Einfluß auf andere Soft- und Hardwarehersteller nehmen könnte. Das größte Problem hierbei ist, dass Windows Vista auch Treiber nachträglich deaktiviert, die die Premium-Inhalte nicht ausreichend schützen. Diese Bescheidung der Persönlichkeitsrechte ist ein herber Rückschritt und birgt gleichzeitig die Gefahr, Computersysteme künstlich unbrauchbar zu machen. Treiber können sogar nachträglich per “Update” von Microsoft als fehlerhaft eingestuft und somit ferngesteuert deaktiviert werden. Selbst wenn man davon ausgeht, dass die entsprechenden Systeme sicher genug sind, so dass Manipulation von außen ausgeschlossen werden kann, so besteht immer noch die Gefahr, dass durch diese “Updates” wichtige Treiber (wie z.B. Chipsatztreiber etc.) ferngesteuert auch auf Computern, die mit Vista als Servern verwendet werden, blockiert werden könnten. Unter diesen Gesichtspunkten kann der Einsatz von Microsoft Windows Vista unter gewissen Umständen als riskant eingestuft werden.

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