Microsoft Windows Vista

Vor etwas über zwei Wochen waren bei Alternate die Preise für die neue Windows Version Vista (Codename Longhorn) veröffentlicht worden. Da es ab Vista mehr unterschiedliche Versionen geben wird, als zuvor, gibt es natürlich auch preislich ordentliche Unterschiede. Die System-Builder-Versionen werden demnach zwischen Vista Home Basic für 89 Euro und Vista Ultimate für 199 Euro liegen. Die Vollversionen werden etwa 2,5x so viel kosten, Upgrades kosten im Schnitt nur ca. 60% mehr, als die entsprechenden System-Builder-Versionen. Für die meisten Kunden dürften die Systembuilder-Versionen vollkommen ausreichen, schließlich verzichtet man als Kunde damit lediglich auf Dokumentation (Bücher etc.) und Herstellersupport seitens Microsoft - Updates und Sicherheitspatche erhält man natürlich trotzdem. Die Versionen Vista Home Basic und Business gibt es Dank eines EU-Urteils auch als sogenannte “N”-Versionen, die ohne den tief in das System eingebundenen Mediaplayer auskommen. Als Alternative zum Mediaplayer läßt sich z.B. der bedeutend effizienter programmierte kostenlose VLC (Video LAN Client) verwenden. Für Privatkunden sind Windows Vista und Office 2007 ab 30. Januar 2007 erhältlich, Firmenkunden können diese bereits seit zwei Wochen beziehen. MSDN- und Technet-Abonnenten (z.B. Besitzer der Microsoft-Zertifikate MCP, MCA, MCSE) hatten schon zuvor die Möglichkeit, die finalen Versionen (180-Tage-Testversionen) herunterzuladen. Schon etwas länger gibt es auch (teilweise gehackte) Versionen in Tauschbörsen und interessanter Weise wurde Anfang des Monats auch bekannt, dass chinesische Server existieren, die die Freischaltung (Produktaktivierung) durchführen. Letzteres basiert auf angepaßten Versionen der Freischaltungsdienste für Kunden mit Volumenlizenzen und wird sicherlich schon bald durch WGA-Updates seitens Microsoft wieder deaktiviert werden.

Die Prognosen für die Marktdurchdringung von Vista und somit die Ablösung von Windows XP sehen jedoch weitaus schlechter aus, als Microsoft lieb sein dürfte. Expertenschätzungen gehen davon aus, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre weniger als 30% der Windows-PCs mit Vista laufen werden. Wenn man bedenkt, dass neue PCs schon sehr bald nicht mehr mit Windows XP erhältlich sein werden, ist das sehr wenig. Hintergründe dafür gibt es reichlich. Zum einen bietet Vista nichts wirklich notwendiges, was man nicht auch mit Hilfe von Windows 2000 oder XP zum Laufen bringen könnte und zum anderen sind die Hardwareanforderungen für das neue Betreibssystem recht enorm. Für die volle Farbenpracht werden immerhin 1024MB RAM als sinnvoll eingeschätzt - mit Windows 2000 oder einem schlanken Linux (ohne KDE/Gnome) genügen 128-256MB für fast alle Aufgabenbereiche. Ein weiterer schwerwiegender Aspekt ist die Inkompatibilität von Windows Vista mit einigen heute üblichen Programmen für 2000/XP. Hintergrund dafür sind vorrangig Beschneidungen in den Rechten der Verbraucher mittels DRM. Dabei wäre es auch nicht verwunderlich, wenn dies nicht sogar teilweise Absicht gewesen wäre - immerhin werden die entsprechenden Softwarehersteller neue, angepaßte Versionen auf den Markt bringen und damit wieder Geld verdienen können - für Produkte, deren Weiterentwicklung sonst nicht mehr erforderlich gewesen wäre (z.B. Brennersoftware, Audioprogramme usw.). Alles in allem ist die überwiegend abwartende Einstellung gegenüber Vista daher durchaus nachvollziehbar.

Bedenklich für Microsoft ist auch, dass gerade die (besonders ressourcenfressenden) neuen Funktionen wie 3D-Desktop usw. unter Linux schon etwas länger verfügbar sind und dort mit Hochdruck weiterentwickelt werden. Derartiges ist zwar für effektives Arbeiten überflüssiger und unpraktischer Ballast, wird aber gerade von einfachen Anwendern begeistert aufgenommen. Durch die zunehmende Verbreitung von Linux gerät Microsoft somit weiter ins Abseits - Dinge, die bei der Windows 2000/XP-Einführung noch als bahnbrechend und einzigartig bezeichnet werden konnten, fehlen bei Vista. Woher auch neues nehmen, wenn es schon (fast) alles gibt? Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch Xandros Professional Desktop 4.0, eine auf Debian GNU/Linux basierende kommerzielle Linux-Distribution (99.99US$), die zahlreiche proprietäre Lösungen zum Einsatz in Windowsnetzwerken beeinhaltet und optisch so angepaßt wurde, dass es gerade für (ehemalige) Nutzer von Windows XP und Vista gut geeignet und einfach zu bedienen ist.

2 Reaktionen zu “Microsoft Windows Vista”

  1. admin

    Spätere News zu Microsoft Vista:
    Inkompatibilitäten mit Vista
    AVIRA AntiVir jetzt auch für Vista und mit Rootkit-Schutz

  2. Erwin Kobs

    mit Vista und WLan funktioniert Windows Mail und Skype nicht

Einen Kommentar schreiben