Acer Aspire 3680

Vor ein paar Tagen hatte ich von einem Freund den Laptop reparieren sollen, die Geschichte dazu findet sich im letzten Text über die “Datenrettung von eigenwilligen Systemen”. Da der Gute auf einen funktionierenden Rechner angewiesen ist, da er damit seine Brötchen verdient, wollte er nicht lange Zeit investieren, um eine Reparatur zu probieren. Ich persönlich würde auf einen leichten Speicherfehler tippen, der sich zwar bei Windows XP auswirkt, aber Linux relativ wenig ausmacht. Zumindest würde sich das durch die unterschiedliche Speichernutzung begründen lassen. Klar, es könnte auch was anderes sein und genau diese Fehlersuche würde Zeit und natürlich Geld kosten, weil man ja Ersatzteile beschaffen müßte. Tja und wer auf seinen Rechner angewiesen ist, der kann sich im Notfall auch mal eben was neues leisten - etwas flotter geht die Arbeit anschließend ja auch von der Hand ;)

Ausstattung des Aspire 3680

So hielt ich dann noch am selben Tag, wo ich den Hardwarefehler des anderen Laptops diagnostiziert hatte, seine neue Errungenschaft, einen Laptop vom Typ Acer Aspire 3680 Acer Aspire 3680 in der Hand. Dieses Modell kann, so wie ich das Handbuch verstanden habe, durchaus unterschiedliche (meist höherwertige) Ausstattungen haben. Das gute Stück war das Einstiegsmodell, kostet momentan gerade mal knapp über 550 Euro und dafür bekommt man einen Celeron M 420 mit 1.6 GHz und 1MB L2-Cache. Das 14,1″-Display bietet eine Auflösung von 1280×800 Pixeln, der Laptop verfügt über 512MB Arbeitsspeicher, nicht viel für die heutige Zeit, aber für die meisten Anwendungen durchaus ausreichend. Der Chipsatz und der 3D-Grafikbeschleunigerchip stammen von Intel (940/945/950). Als Massenspeicher dient eine in mit FAT32 in 2×40GB partitionierte 80GB-Festplatte, weiterhin wurde ein 8x Double-Layer-DVD-Brenner verbaut, Kartenleser (5-in-1) und die üblichen Anschlüsse (Sound, USB, externer Monitor usw.) sind natürlich auch vorhanden. Für Anbindung ans Internet bzw. bestehende Netzwerke stehen ein integriertes Modem, ein RJ45-Port für Ethernet mit 10/100Mbit (evtl. auch 1000?) und Wireless LAN 802.11b/g zur Verfügung.
Obwohl der Laptop eine eher durchschnittliche Größe aufweißt, fällt er gegenüber älteren Acer-Modellen (wie z.B. der Travelmate 240er Serie) sehr leicht aus - den Spitznamen “SchleppTop” verdient er sich somit nicht ;) Auch die Softwareausstattung ist recht beeindrucken, wenngleich diese auch einen unangenehmen Beigeschmack hinterläßt. Doch dazu später mehr. Ein Windows XP Home war vorinstalliert, wie üblich in der für Großkunden angepaßten Version, die einige kleine Nacharbeiten erfordert. Dazu wurden diverse Tools direkt von Acer (z.B. für Powermanagement, Datensicherheit, Backup- / Wiederherstellungs-Unterstützung) und einige weitere Software z.B. zum interaktiven Brennen von CDs/DVDs beigepackt. Auf Grund der zahlreichen installierten Komponenten ist natürlich auch die Menge an Treibern beachtlich. Nach dem Start des Systems und der ersten Einrichtung wird man daher von dem installierten Backup-Tool dazu aufgefordert, gleich eine Wiederherstellungs-DVD zu brennen, welche u.a. auch die Tools und Treiber zusätzlich zum Backup separat sichert.
Auf den ersten Blick kann man also sagen, dass es sich um einen wirklich sehr guten Arbeitsrechner zum schmalen Preis handelt, von der technischen Ausstattung her weit über dem, was man noch vor 2-3 Jahren in dieser Preisklasse erhalten konnte. Die Benchmarks, die ich gleich mal laufen ließ, sagten mir, dass diese Maschine zwar bei der reinen Rechenleistung weit unterhalb eines 2.6-GHz-Celeron-IV liegt, dafür aber bei Programmen mit umfangreichen Schleifen etc. durch den großen Cache profitiert und somit doch in etwa einem solchen Celeron gleich gestellt werden kann. Der Celeron M 420 basiert auf dem P3-Layout, nachdem Intel sich eingestanden hatte, dass der PIV eine Fehlentwicklung war, die nur durch hohe Taktraten überzeugen konnte, dabei aber reichlich Strom verbrauchte. Daher ist einer der größten Vorteile des Celeron M 420 der relativ geringe Stromverbrauch.

Minuspunkte

Eines sollte bei dem Preis und der Ausstattung klar sein: der Laptop eignet sich nicht für aufwendige moderne Spiele. Zum einen, da der Grafikchip nunmal “nur” eine integrierte Intel-Lösung und nichts von den bei Spielern beliebten ATI- bzw. NVIDIA-Chips aufweisen kann und zum anderen, da dieses Modell lediglich über Shared Memory verfügt. Die Display-Qualität ist in der höchsten Auflösung (also die für LCDs grundsätzlich optimale) gestochen scharf - solange man direkt davor sitzt und gerade auf den Bildschirm schaut. Hat man einen leichten Winkel bei der Draufsicht, beginnen teilweise bereits kleine Buchstaben etwas verschwommen zu wirken, ein bei LCDs bekanntes Phänomen. Bei dem Preis läßt sich dies aber gerne verschmerzen - lesbar ist’s ja trotzdem.

Die Menge der installierten Treiber und Tools jedoch zeigt äußerst negative Nebenwirkungen. Nach dem Start des Rechners werden dadurch bedingt fast 450MB Speicher belegt, wovon jedoch etwa 200MB gleich wieder ausgelagert werden. Auch wenn die zahlreichen Acer-Tools durchaus durchdacht und interessant erscheinen, bedeutet dies jedoch, dass die 512MB installierter Speicher etwas mager sind und bei Nutzung speicherhungriger Software (z.B. Spiele, Grafikverarbeitung, auch Office-Programme) nach einer Speicher-Aufrüstung schreien. Offensichtlich ist diese Software nicht unter ressourcensparenden Gesichtspunkten entwickelt worden, schlankere Tools mit bedarfs- oder zeitgesteuerten Starts wären da bedeutend angebrachter gewesen. Ebenfalls negativ aufgefallen ist mir hierbei, dass diese Software scheinbar das .NET-Framework benötigt, eine sehr ressourcenhungrige neumodische Microsofterfindung, die heute gern für die schnelle Softwareentwicklung genutzt wird und einige Sicherheitsaspekte bietet.
Besonders negativ würde ich Installation einiger AOL-Tools und die Empfehlung zur Installation weiterer AOL-Software und zur Nutzung eines entsprechenden Internetzugangs einschätzen. Was für den Laien nicht weiter dramatisch erscheint, ist für erfahrene Anwender und Administratoren der pure Horor. AOL-Software neigt dazu, sich derart tief ins System einzutragen, dass dieses zum einen unnötig verlangsamt wird, zu Inkompatibilitäten/Instabilitäten führt und zum anderen selbst nach der Deinstallation noch hunderte Überreste in der Registrierung hinterläßt. Auch die auf den ersten Blick lobenswerte Integration von Norton Internet Security hinterläßt einen faden Beigeschmack - immerhin ist diese Software nur für 3 Monate uneingeschränkt nutzbar. Anschließend wird die Sicherheit entweder kostenpflichtig oder, falls man nicht zu kostenlosen Alternativen greift, zusehends lückenhafter. Hinzu kommt die Tatsache, dass viele Anwender die nach Ablauf der Testphase fehlende Aktualisierung unterschätzen und somit erhöhte Gefahr laufen, sich in falscher Sicherheit zu wiegen und damit potentiell gefährdetere Ziele für Viren/Trojaner etc. werden.

Ebenfalls nicht zu Lob geeignet ist die Tatsache, dass sich Windows nach der Verbindung mit dem Internet und dem ersten Neustart des Laptops satte 64 Updates installieren wollte. Ok, das integrierte ServicePack 2 ist inzwischen gut 4 Jahre alt, Microsoft wird sich mit dem SP3 für Windows XP weiter Zeit lassen (wahrscheinlich bis 2008), aber bei der Menge an integrierter Software hätte man doch auch mal die ganzen Patche einspielen können … Selbstredend war bei diesem Preis natürlich auch keine Original-CD von Windows XP Home dabei - lediglich das bereits erwähnte Backup steht zur Verfügung. Wie man dieses zurückspielen soll, wenn der Rechner sein installiertes System mal nicht mehr booten kann, weiß ich allerdings auch nicht - auf den ersten Blick konnte ich auf der Backup-DVD nämlich nichts brauchbares finden. Vermutlich müßte man erst von einer anderen XP-CD aus neu installieren, die Recovery-Tools einspielen und könnte danach die Rücksicherung durchführen. Mhhh …. Naja, darüber kann man sich auch zu gegebener Zeit noch Gedanken machen ;)

Trotz der jetzt eventuell recht umfangreich wirkenden Sammlung von Kritikpunkten, würde ich das Acer Aspire 3680 dennoch bedenkenlos empfehlen, für den Preis bekommt man momentan vermutlich kaum etwas besseres und sehr flott wirkte das frische System auf jeden Fall.

11 Reaktionen zu “Acer Aspire 3680”

  1. admin

    Ich bekam per eMail folgenden Hinweis:
    Hallo,
    du hast auf Deiner Website einen Testbericht zum Laptop Acer Aspire 3680
    veröffentlicht.
    Als kleinen Nachtrag könntest Du evtl. noch erwähnen, dass man von der
    erstellten Backup-DVD auch booten kann, um das Ursprungssystem so wieder
    herzustellen.
    Toller Testbericht.

    Gruß David

    Danke :)

    Ich saß vor ein paar Tagen auch noch mal vor dem Laptop, um Probleme beim Versenden von eMails zu beheben. Ich hatte auf dem Aspire 3680 den Thunderbird installiert und wegen der Verwendung von hotmail ein entsprechendes Plugin installiert. Beim Versenden von eMails meldete sich allerdings regelmäßig Norton Internet Security mit einer Fehlermeldung und verhinderte das Versenden einiger eMails. Aus diesem Grund mußte die entsprechende Filterung bei ausgehenden eMails deaktiviert werden.

  2. boris

    Habe mal eine frage. Mein acer aspire 3680 stürzt einmal oder mehrmals die woche ab. Kann nicht mehr booten. Schreibt immer was von wegen kein system. muss dann immer wieder alles neu machen. geht mir schon auf den nerven.HAT JEMAND EINE IDEE WIESO WESHALB WARUM: Danke

  3. admin

    Das kann verschiedene Ursachen haben. Oft bekommt solche Fehler, wenn Festplatte oder Arbeitsspeicher defekt sind, es könnte aber auch eine Überhitzung der CPU (Staubablagerungen etc.), ein Netzteilproblem oder alles mögliche andere sein. Jedenfalls würde ich Dir empfehlen, als erstes mal die Festplatte zu checken. Die in heutigen Festplatten verbaute Selbstdiagnose über S.M.A.R.T. kann manchmal bereits Probleme aufzeigen, aber nicht jede defekte Festplatte läßt sich damit auch wirklich als solche feststellen. Falls Du eine 2.5″-Platte irgendwoher zum Testen bekommen kannst, dann tausche die mal und probier, ob der Laptop anschließend wieder stabil läuft. Die Laptop-Platten sind bei weitem nicht so langlebig, wie die größeren 3.5″-Festplatten und bei starker Beanspruchung kann so eine Laptop-Platte durchaus schon mal nach einem Jahr kaputt sein. Was den Speicher-Test angeht, empfehle ich mal einen Blick auf den Artikel Speichertest - defekten Speicher erkennen.

  4. gralitzer

    habe mal eine frage hat mein acer aspire 3680
    eingebautes bluetooth
    weil vorne zwei schalter sind einer ist W lan und der andere?
    weiss ich nicht
    und wie kann ich wen er bluetooth hat denn das instalieren
    mfg
    gralitzer

  5. admin

    Wie schon oben erwähnt, ist das nicht mein Laptop. Da ich bisher nicht dazu kam, mir das gute Stück noch mal anzuschauen, habe ich mir eben das Handbuch bei Acer heruntergeladen und da steht das eindeutig drin: in die Front sind je 1x LED plus Schalter für Bluetooth und WLAN integriert. Ob Bluetooth wirklich integriert ist, weiß ich allerdings nicht, das geht auch nicht wirklich aus dem Handbuch hervor. Selbst mein uraltes Acer Travelmate 244LC hat diese beiden Schalter bereits und weder WLAN, noch Bluetooth integriert …
    Also einfach ausprobieren, ob sich auf dem Acer Aspire 3680 Bluetooth aktivieren lässt, kaputt machen kann man dabei nichts. Dazu helfen unter Windows (egal ob 2000, XP oder Vista) auch mal ein Blick in die Systemsteuerung und einer in den Gerätemanager ;)

  6. Nerigrim

    Hallo,
    mein acer aspire 3680 hat ein problem und zwar geht der bildschirm nicht mehr an..
    der lappi geht an gibt auch hoch-fahr-töne von sich aber der bildschirm bleibt schwarz auch wenn ich einen anderen ankoppel bleibt der ebenfals schwarz, habt ihr da ne ide was ich da sonst noch verunstalten könnte ?

  7. admin

    Das klingt irgendwie nach defektem Grafikchip. Ein externer Monitor sollte sonst wenigstens beim Hochfahren angehen - später unter Windows etc. könnte es allerdings eine Einstellungsangelegenheit sein, dass der externe (ebenfalls) nicht funktioniert. Auch an der Funktion zum Abschalten des Displays kann es nicht liegen, weil die Dunkelschaltung nach dem Neustart nicht mehr aktiv ist. Auf jeden Fall würde ich mich da mal direkt an Acer wenden und nach Reperaturkosten fragen, vielleicht greift ja auch noch die Garantie?
    Alternativ bleibt als kleiner Trost, dass man inzwischen für ca. 400 Euro schon Laptops mit deutlich mehr Leistung bekommt … Interessant vor allem für unterwegs ist auch das superkleine Acer Aspire One mit Intel-Atom-Prozessor. Damit kann man zwar nicht wirklich aufwendige Dinge verrichten, aber man bekommt für knapp 300 Euro halt einen süßen Winzling, der für eMails, kleine Texte und Internetrecherchen völlig ausreicht. Das Netbook kostet bei Amazon ähnlich viel, wie die aktuelle und damit technisch vergleichbare Generation des Asus Eee PC 900A.

  8. ali

    Hallo,
    ich hab mal ein problem mit mein aspire 3680 undzwar das bluetooth also ich hab den driver usw alles schon installiert usw aber das kake ist mein bluetooth geht nicht an oder läst sich nicht einschalten lassen k.a. auf jeden fall kann mir jemand dabei helfen wie ich den bluetooth anmachen kann? :)

  9. Stoffl

    Hallo!
    Ich habe erst neulich ein Acer Aspire 3680 neu aufgesetzt. Für alle die dies auch machen wollen: Zuerst die installierte Hardeware Herausfinden (Gerätemanager oder Ähnliches Programm Everest, …) Da auf der Acer Support Seite mehrere Treiber für dieses Modell angeboten werden. (z.b.: zwei für die Grafikkarte [Nvidia/Intel]) Dies macht die ganze Sache etwas leichter für euch!!
    mfg
    stoffl

  10. Ingolf

    Alles schön und gut, doch nach einem Totalausfall habe ich sämtliche Treiber für den Aspire3680 mit Win XP Prof. verloren. Nun fehlen sämtliche Treiber für Sound, Ethernetcontroller usw. Es gibt leider kein Backup davon. Wer kann weiter helfen?

  11. admin

    Es gibt doch alle Treiber auf acer.de - einfach durch die Geräteauswahl navigieren und alle relevanten Treiber herunterladen. Wie bereits im vorletzten Post von Stoffl erwähnt, gibt es das Modell 3680 in verschiedenen Unterversionen und entsprechend verschiedener Hardwareausstattung. Entweder alles herunterladen und probieren oder irgendwie herausfinden, was da verbaut ist. Google hilft, alternativ ein Linux booten und dort mittels lspci auf der Konsole prüfen, was in dem Laptop verbaut ist.

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