Das Aus für billige Druckerpatronen

Schon seit Jahren bestelle ich meine Druckerpatronen bei ein und demselben Anbieter (siehe Banner) im Internet, den ich ursprünglich durch seine extrem preiswerten Angebote aus dem Bereich Handyzubehör kennengelernt hatte. Handy- und Druckerzubehör Immer, wenn ich mal einen neuen Drucker brauchte, orientierte ich mich dort an den Preisen für die Ersatzpatronen, welche nur einen Bruchteil dessen koste(te)n, was die Originaltintenpatronen kosten. Immerhin kostet die Herstellung einer einfachen Druckerpatrone nur wenige Cent, rechnet man Transport, Handel und für alle ein paar Gewinne oben drauf, so sollte eien Patrone je nach Größe trotzdem nicht mehr als 50 Cent bis etwa 3 Euro kosten. Nun, diese zeiten sind leider vorbei. Schon seit längerem beschäftigen sich die Druckerhersteller, damit, ihre überteuerten Druckerpatronen mit neuen Techniken auszustatten, die vom Drucker abgefragt nachgemachte oder nachgefüllte Patronen verweigern oder wenigstens die Füllstandsanzeige für das Betriebssystem unbrauchbar machen. Vor einigen Monaten begann einer der großen Hersteller (Epson) mit qualitativ wirklich guten Produkten damit, die Rechtslage beim Nachbau etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei kam heraus, dass die Nachbaupatronen gegen Patente verstoßen und somit sowohl die (unlizensierte) Produktion in Asien als auch die Vermarktung in Deutschland (und anderen Ländern) rechtswidrig ist. Es kam wie es kommen mußte und viele kleine Händler gaben komplett auf, aber wenigstens mein Favorit macht weiter :) Allerdings nicht mehr zu den alten Preisen, denn dieser Händler darf nunmehr auch nur noch per Lizenz gebaute Billigtinten (z.Z. aus den USA) anbieten. Im Verlauf dieser ewigen rechtlichen Rangelei um den Vertrieb der günstigen Tintenpatronen aus Asien sowie die Restverkäufe der bereits georderten Mengen und vorhandenen Lagerbestände konnte ich so einige interessante eMail-Newsletter von dort empfangen. Gestern kam wieder einer und der war auch noch mit einem sarkastisch geschriebenen Anhang versehen, der die Druckerhersteller und ihre Macht mal etwas anders beleuchtet :mrgreen: Sowas sollte nicht einfach so untergehen, sondern meiner Meinung nach auch für die Nachwelt aufgehoben werden. Deshalb gibt’s hier jetzt die nette Mail:

Liebe Kunden,

es gibt keinen Weg zurück! Am 15. November ist alles vorbei.

Sichern Sie sich jetzt die letzten Lagermengen unserer super günstigen Tintenpatronen zu absoluten Sonderpreisen, denn wir müssen wie angekündigt NUN ENDGÜLTIG unsere billigen kompatiblen Chinapatronen mit Tinte aus den USA einstellen.

“Was wäre, wenn die Druckerhersteller Pistolen bauen würden?” ist unser Geheimtipp und die super lustige Geschichte unseres Kunden Tobias Z., die Sie am Ende des Newsletters finden und gerne überall frei verteilen können.

Hier die News:

a) Aktionspreise (3 Cent pro Foto)

Weiterhin gilt bis dahin: ALLE Papierprodukte pauschal um 50% im Preis gesenkt. Damit sind bei uns nicht Fotos ab 27 Cent wie bei manchem Mitbewerber aus der Werbung möglich, sondern bereits ab unglaublichen 3 Cent.

Auszug aus unseren Feuerwerkspreisen zur Lagerräumung:

Canon Pixma 0,59 Euro kompatibel zu BCI3
Canon i560 0,59 Euro kompatibel zu BCI3
Canon 4200 0,69 Euro kompatibel zu CLI8
Epson C64 0,97 Euro kompatibel zu T441

… tausend weitere Aktionspreise zum schnellen Abverkauf! Ab dem 16. November gibt es nur noch kompatible Epsonpatronen von einem deutschen Hersteller! Der Countdown für Mega-Schnäppchen läuft…

b) Nachfüllsets 90% billiger

Damit das Nachfüllen noch Spaß macht, haben wir unsere großen Nachfüllsets (150 ml Qualitätstinte) inklusive ausführlichem Anleitungsfilm zum Wiederbefüllen auf Video-CD massiv im Preis auf 2,27 Euro gesenkt (nur so lange der Vorrat reicht). Riesiges Set made in Germany!

c) Bitte unbedingt lesen! Die super lustige Geschichte um den Druckermarkt

Um es ganz deutlich zu sagen: Ähnlichkeiten zu realen Firmen und deren Vorgehensweisen sind natürlich nur rein zufälliger Natur. ;-)
Was wäre, wenn die Druckerhersteller Pistolen bauen würden? Dann gäbe es generell folgende Produkte zu kaufen:

a) Komplette Pistolen mit fertig befülltem Magazin vom Pistolenhersteller
= Kompletter Drucker mit Originalpatronen befüllt.

b) Fertig befüllte Magazine vom Pistolenhersteller
= Original Tintenpatronen

c) Ersatz-Patronenläufe vom Pistolenhersteller
= Druckköpfe

d) Kompatible Magazine (fertig befüllt) von Fremdherstellern
= kompatible Tintenpatronen

e) Einzelne Nachfüllpatronen in verschieden großen Packungen
= Nachfülltinten

Früher war alles kein Problem: Man kaufte sich eine Pistole und wenn diese leer war, wurde diese ganz einfach und billig mit Nachfüllpatronen
(Nachfülltinte) wiederbefüllt und schon ging es weiter.

Das haben sich die Hersteller natürlich auf Dauer nicht bieten lassen und haben sich Möglichkeiten einfallen lassen, um Fremdprodukte zu unterbinden.

H. hat von Anfang an nur Magazine (Tintenpatronen) verkauft, an die der Pistolenlauf fest angebracht war. So sollte sichergestellt werden, dass immer eine optimale Schussqualität erzielt wird. Der Einsatz von Nachfüllpatronen (Nachfülltinten) war hier jedoch kein Problem, jedoch musste aufgrund des Verschleißes des Laufes gelegentlich ein neues Magazin mit Lauf gekauft werden.

Später dann hat H. ein System entwickelt, um dies zu verhindern: Die Pistole merkt sich die letzten drei verwendeten Magazine (Original Tintenpatronen), so dass diese nicht ohne weiteres neu befüllt werden konnten. Dieses System lässt sich jedoch umgehen, indem man spezielle Stellen der Kontaktfläche abklebt, oder eben vier Magazine im Wechsel verwendet. Jedoch baut H. den Lauf so, dass dieser bereits stark verschlissen ist, wenn das Magazin (die Original Tintenpatrone) einmalig leergeschossen wurde.

L……. hat es sich ganz einfach gemacht: Die letzte Patrone des Magazins ist so gebaut, dass sie den Lauf beim Schuss irreparabel beschädigt.
Manchmal kann dieser wieder so repariert werden, dass eine weitere Verwendung möglich ist, jedoch wird die Schussgenauigkeit in jedem Fall leiden. Nur mit einem neuen Lauf lässt sich wieder genau treffen.

Für beide Hersteller sind jedoch industriell wiederbefüllte Magazine mit Lauf (Original Tintenpatronen mit Druckkopf) verfügbar.

Um dies zu umgehen, hat H. eine Länderkennung in seine Läufe (Druckköpfe) eingebaut, so dass eine in Deutschland gekaufte Pistole nur mit deutschen Magazinen funktioniert. Dies erschwert industrielle Widerbefüllung, bei der Magazine weltweit aufgekauft und vertrieben werden.

Für viele Magazintypen von H. und L……. gibt es Umbauten, bei denen der Lauf und das Magazin so zerlegt wurden, dass ein Lauf mit mehreren Nachfüllmagazinen versehen werden kann. So erspart man sich das lästige Widerbefüllen und spart Kosten.

E….. hat früher einfache Magazine (Tintenpatronen) verkauft, und es gab kompatible Magazine am Markt. Um dies einzudämmen, hat E….. seine Magazine mit einem Chip versehen. Dieser Chip speichert, wie viele Patronen verschossen wurden. Wenn ein Magazin leergefeuert und wieder befüllt wurde, wird dieses von der Pistole weiterhin als leer erkannt, und kann nicht wieder benutzt werden.

Außerdem sollten mit diesem System Fremdhersteller vom Markt gedrängt werden. Jedoch konnte dieser Chip bald nachgebaut werden, so dass auch kompatible Magazine wieder verfügbar waren.

Später wurde dann ein Gerät entwickelt, mit dem der Chip der Magazine wieder resettet werden konnte. So konnten diese dann auch wieder mit einzelnen Patronen nachgefüllt werden.

Später hat dann E….. den Aufbau der Magazine so verändert, dass eine komplexe Mechanik das manuelle Befüllen erschwert. Andere Hersteller haben jedoch schon bald kompatible Magazine produziert, die einen anderen Aufbau haben und somit einfacher zu befüllen sind.

Der Lauf ist bei E….. fest mit der Pistole verbunden und kann nur vom Hersteller selbst getauscht werden. Dies ist jedoch oft teurer, als eine neue Pistole wäre.

C….. hat noch bis vor kurzem einfache Magazine (Tintenpatronen) verkauft, die von Fremdherstellern einfach nachgebaut werden konnten. In letzter Zeit jedoch ist auch C….. dazu übergegangen, Magazine mit Chips herzustellen. Dieser Chip lässt sich nicht nachbauen, verhindert jedoch nicht das Befüllen mit neuen Patronen. Jedoch wird das Magazin dann als leer angezeigt, und die Kontrolle der Restbefüllung funktioniert nicht. Wenn das Magazin leergeschossen wurde und versehentlich ein weiterer Schuss abgefeuert wird, kann dies den Lauf der Pistole durch Überhitzung zerstören. Deshalb sollte man regelmäßig den Füllstand des Magazins prüfen (dieses ist transparent), und bereits befüllen, bevor dieses leer ist.

Es gibt auch für die neuen C…..-Pistolen noch Fremdmagazine zu kaufen. Jedoch muss hier der Chip des Originalmagazins verwendet werden, mit den gleichen Nachteilen.

Früher gab es von C….. neue Läufe einfach im Zubehörhandel. Heute sind diese jedoch auch nur als teures Ersatzteil erhältlich, das den Neupreis des Druckers übersteigt. Immerhin kann dieser selber aus- und eingebaut werden.

Bei den Einsteigermodellen verwendet auch C….. neuerdings Magazine mit fest angebautem Lauf (Tintenpatronen mit fest eingebautem Druckkopf). Auch diese sind Chipgesichert, lassen sich jedoch auch nachfüllen - mit den gleichen Nachteilen wie bei den anderen C…..-Chip-Magazinen.

Verrückt ist (zum Glück ist aber alles nur ein Märchen), dass bei manchen Serien ein neues Magazine mit Lauf (Tintenpatronen mit fest eingebautem
Druckkopf) zum Teil teurer als der Anschaffungswert der neuen Pistole ist. Diese Pistolen werden dann als super Schnäppchen in vielen Testmagazinen hoch gelobt, überall zu Aktionspreisen verkauft und der Kunde ist dann der Dumme. Die Waffenlobby ist halt auch in diesem Land stärker als so manches Gesetz.

Das sieht man zum Beispiel an der europäischen Elektronikschrottverordnung, die das Widerbefüllen von Pistolen erlauben wollte (das sollte unter anderem eine ganze Menge Müll sparen). Noch heute denken die Bürger der EU, dass dies so der Fall wäre, aber die Waffenlobbyisten haben diesen Punkt klammheimlich kurz vor der Abstimmung entfernen lassen und nun tun weiterhin die Pistolenhersteller alles, um das Widerbefüllen zu verhindern und so viel Geld wie eben möglich aus den Taschen Ihrer Kunden zu ziehen.

E….. geht neuerdings nicht nur gegen Produzenten von Fremdmagazinen vor, sondern auch gegen Verkäufer. Viele Verkäufer haben deshalb bereits aufgegeben, aber in einem kleinen westfälischen Dorf gibt es immer noch Leute, die unerbittlich Widerstand leisten und weiterhin auch für E…..
kompatible Magazine verkauft…

In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende ;-) Euer Tobias

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team von Handy- und Druckerzubehör

Wenn die Druckerhersteller so weiter machen, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn eines Tages neue Firmen auf den Druckermarkt drängen und sich die heutigen Riesen somit neue Konkurenz heraufbeschwören, die diese schwachsinnige und profitgierige Politik nicht unterstützen. Sicher, wer seine Patronen nicht überteuert verkaufen kann, der muss die Drucker teurer machen. Aber wenn im Gegenzug Originalpatronen nur 2.50 Euro kosten, dann bezahlen die meisten Leute für einen guten Drucker doch auch gerne 20% mehr ;)

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Eine Reaktion zu “Das Aus für billige Druckerpatronen”

  1. admin

    Wie heute auf heise zu lesen war, verklagt auch HP gerade einen der Billig-Tinten-Hersteller. Dabei soll es sich um Patentrechtsverletzungen durch die InkTec GmbH (Herstellung in Korea) handeln.

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